Kirchberg am Wagram

Erstellt am 06. Juli 2016, 05:33

von Günter Rapp

„Eine einmalige Chance in Kirchberg“. Erlös aus Verkauf des alten Sportzentrums soll Finanzmittel für neue Anlage aufbringen. Freiheitliche haben Bedenken wegen „Einwohner-Explosion“.

 |  NOEN, Rapp

Zwei neue Gesichter finden sich seit der jüngsten Gemeinderatssitzung im Kirchberger „Hohen Haus“: Sabine Reiser aus Unterstockstall, die ihren FPÖ-Kollegen Gottfried Weber ablöste und Michael Schob (SPÖ), der Willi Burgers Mandat übernommen hat.

„Burgers Abgang war geplant“, verrät SPÖ-Vorsitzender Herbert Würz. „Für uns Sozialdemokraten ist wichtig, der Jugend genügend Platz im Gemeinderat einzuräumen.“

Wohnungen und Reihenhäuser für ca. 400 Einwohner

Schwerpunkt der jüngsten Gemeinderatssitzung war die geplante Verlegung des Kirchberger Sportzentrums. Für das neue Sportzentrum - rund 500 Meter weiter östlich Richtung Unterstockstall - soll ein Grundstück der Familie Zwickl angekauft werden. Die Option für diesen Kauf wurde mit den Stimmen der ÖVP und SPÖ bis 30. Juni 2017 verlängert. Markus Hofbauer und Sabine Reiser (FPÖ) stimmten dagegen, ÖVP-Mandatar Karl Groll enthielt sich der Stimme. Gleichzeitig soll das derzeitige Sportzentrum (34.000 m2 ) an die GEDESAG zwecks Errichtung von Wohnungen und Reihenhäuser für ca. 400 Einwohner veräußert werden. Ausverhandelt wurden 100 Euro je m . Gegen dieses Kaufangebot stimmten lediglich die beiden FPÖ-Mandatare.

Vizebürgermeister Erwin Mantler (ÖVP) sprach sich dafür aus, noch im Sommer mit den Planungen zu beginnen. Vorsichtiger Finanzgemeinderat Markus Ecker (ÖVP): „Planung und Kostenschätzung müssen stehen, erst dann ist ein Verkauf an die GEDESAG möglich.“

„Wir müssen die Risken so gering wie möglich halten.“

Klare Aussagen zum Projekt von Bürgermeister Wolfgang Benedikt (ÖVP): „Wir müssen die Risken so gering wie möglich halten.“ Auch Würz sprach sich für eine sachliche Ebene aus: „Machen wir’s transparent, dann gibt es keine Gerüchte.“

Den „erbärmlichen Zustand des derzeitigen Sportzentrums sprach Mandatar Franz Aigner (ÖVP) an. „Vize Mantler hat sich bei den Vorplanungen sehr wohl den Kopf zerbrochen. Das bedeutet eine einmalige Jahrhundertchance für Kirchberg.“

„Wir sprechen uns definitiv nicht gegen den Neubau des Sportzentrums aus."

Die ablehnende Haltung der Freiheitlichen erklärt Markus Hofbauer so: „Wir sprechen uns definitiv nicht gegen den Neubau des Sportzentrums aus. Die ÖVP freut sich über die hohen Einnahmen aus dem Verkauf, um diese in die Errichtung des neuen Sportzentrums zu investieren. Finanzkonzept sowie Infrastruktur-Pläne fehlen jedoch.“

Klar ist: Entscheidet sich die Gemeinde für einen Neubau des Sportzentrums, werden von der GEDESAG Vorauszahlungen fürs alte Sportgelände geleistet. Bis zum Baubeginn der ersten Wohnungen müsste die neue Anlage fertig sein.