Erstellt am 04. Februar 2016, 00:03

von Jutta Hahslinger

Trio beteuerte erfolglos: „Sex war freiwillig!“. Drei Burschen aus Bezirk Tulln wurden wegen Vergewaltigung einer 19-jährigen Waldviertlerin zu Gefängnisstrafen verurteilt.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)
Wegen einer Fingerverletzung verließ eine Waldviertlerin am 19. Mai 2013 ein Fest in Hoheneich im Bezirk Gmünd und ließ sich im Spital ambulant behandeln. Danach machte sich die 19-Jährige zu Fuß auf der B 41 auf den Heimweg. Ein Fahrzeuglenker, ein 24-Jähriger aus dem Bezirk Tulln, stoppte und bot der Waldviertlerin an, sie nach Hause zu bringen. Die junge Frau stieg ein …

So weit sind sich alle Beteiligten, die Waldviertlerin, der Lenker und die beiden Fahrzeuginsassen (ein damals 24- und ein 20-Jähriger, beide ebenfalls aus dem Bezirk Tulln) einig. Über das Fahrtende in einem Waldstück gehen die Versionen aber auseinander: Während das Trio von einvernehmlichem Sex mit der 19-Jährigen im Wagen spricht, behauptet die Waldviertlerin, von zwei Burschen vergewaltigt worden zu sein. An den dritten will sie sich nicht erinnern können.

„Wir sind unschuldig. Sie hat sich nicht gewehrt, es war freiwilliger Sex“, beteuerte das Trio einmütig vor Gericht.

Widerstand erschien dem Opfer zwecklos

Zu dieser Beteuerung meinte die Anklagevertretung, dass sich die Waldviertlerin bis auf ein „Nein“, als ihr die Oberbekleidung hochgezogen wurde, nicht gewehrt habe, weil ihr Widerstand zwecklos erschienen sei, und sie begreiflicherweise um ihr Leben gefürchtet habe.

Das Burschentrio blieb bei den Unschuldsbeteuerungen. Einer erklärte: „Sie hat es genossen und hat lustvoll gestöhnt.“

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit fand das Beweisverfahren statt. Die Urteilsverkündung war wieder öffentlich. Alle drei Angeklagten wurden der Vergewaltigung für schuldig befunden: Der Fahrer (24) wurde zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Für den 20-jährigen Wageninsassen setzte es zwei Jahre hinter Gittern, und der 24-jährige Insasse muss 22 Monate absitzen.
Die Urteile sind nicht rechtskräftig.