Erstellt am 03. Juli 2014, 08:26

von Birgit Kindler

Überdosierung birgt sehr hohe Risiken. Substanz wird oft falsch verwendet. Apothekenmitarbeiter bemühen sich um Aufklärung.

Immer öfter neigen Poolbesitzer zur Überdosierung des gefährlichen Kupfersulfates, um das Wasser sauber zu halten.  |  NOEN, Kindler
Statt Chlor und Algizid verwenden viele Poolbesitzer Kupfersulfat. Über diesen Trend weiß auch Königstettens Umweltgemeinderat und Vizebürgermeister Christian Eilenberger bescheid: „Bei den meisten fehlt aber das Bewusstsein, wie gefährlich diese Substanz ist.“ Kupfersulfat kann Haut, Schleimhäute und Augen reizen und sorgt für eine Grünfärbung der Haare.

In der Tullner Apotheke Bösel werden Kupfersulfate oft verlangt. „Viele Leute geben es ins Becken, damit das Wasser sauber bleibt, aber eigentlich braucht man es nur bei Algenbefall und auch dann nur ganz wenig. Die Poolbesitzer neigen zur Überdosierung. Wir versuchen nach Möglichkeit aufzuklären, aber leider ist die Substanz noch nicht offiziell verboten“, so Birgitt Bösel.

„Es ist nicht nachvollziehbar, woher das Kupfersulfat kommt“

In der Sonnenapotheke wird Kupfersulfat aus Umweltgründen nicht mehr verkauft. Da Kupfer nicht abgebaut werden kann, könne es zu Problemen bei Kläranlagen kommen, da sich die Substanz im Klärschlamm anreichert.

Die Kläranlagenmitarbeiter wissen von solchen Schwierigkeiten bisher nichts: „Es ist nicht nachvollziehbar, woher das Kupfersulfat kommt, außerdem wird der Klärschlamm hoch verdünnt. Im Moment befindet sich die Menge im tolerablen Bereich.“ Da Kupfersulfat als gefährlicher Abfall gilt, muss die Entsorgung angemeldet werden. Bei der Stadtgemeinde ist darüber aber nichts bekannt.

Kupfersulfat im Pool

Das Salz ist in der Wassergefährdungsklasse 2 eingestuft. Es ist für lebende Organismen sehr giftig und hat in Gewässern schädliche Wirkungen. Kupfersulfat ist als gefährlicher Abfall zu entsorgen.