Erstellt am 08. Oktober 2015, 05:47

von Martin Gruber-Dorninger

Umstieg auf die Bahn erleichtern. Die Kapazität der Park & Ride-Anlage in St. Andrä-Wördern wurde um 82 Prozent erhöht. Nicht alle zufrieden.

Der Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur AG Franz Bauer eröffnete gemeinsam mit Verkehrslandesrat Karl Wilfing und Bürgermeister Maximilian Titz (v.l.) die neue P&R-Anlage. oebb  |  NOEN

Schnipp schnapp am ÖBB-Band, und schon ist die neue Park & Ride-Anlage für den Bahnhof St. Andrä-Wördern eröffnet. ÖBB-Vorstandsdirektor Franz Bauer, NÖ Verkehrslandesrat Karl Wilfing und Bürgermeister Maximilian Titz erweiterten mit der Eröffnung die Pkw-Abstellplätze um 78 sowie 260 Abstellanlagen für Fahrräder. Insgesamt kostete die Kapazitätssteigerung von 82 Prozent 738.000 Euro.

Den Pendlern und ÖBB-Kunden soll damit der Umstieg auf den Zug schmackhaft gemacht werden. Die P&R-Erweiterung schließt direkt an den Bestand an und erstreckt sich parallel zur Bahntrasse. Die Flächen liegen überwiegend auf Bahngrund, lediglich die südwestlich gelegene neue Stellplatzreihe befindet sich in einem schmalen Streifen auf Gemeindegrund, der im Zuge der Projektumsetzung von der ÖBB-Infrastruktur AG erworben wurde.

Bürgermeister Maximilian Titz lobte die reibungslose Zusammenarbeit mit den ÖBB: „Besonders freut es mich, dass auf dem Grund der ÖBB auch ein Platz für Kinder und Jugendliche geschaffen wurde.“ Er versteht die Erweiterung der Fahrradabstellplätze aber auch als Auftrag an die Gemeinde: „Wir sind dabei das Radwegnetz in St. Andrä-Wördern noch weiter auszubauen.“

Wurde auf Biker bei Planung vergessen?

Ein Pendler wandte sich in einem Schreiben an die NÖN. Für ihn ist nicht alles Gold, was glänzt. Er sei ein Pendler und komme mit dem Motorrad zum Bahnhof. Neun überdachte Abstellplätze für Zweiräder seien, seiner Meinung nach, zu wenig. Er habe diesen Mangel bereits im Mai bei der Gemeinde deponiert, reagiert wurde darauf nicht. Davon haben weder die ÖBB noch Bürgermeister Titz erfahren. „Selbstverständlich wurde der Bedarf im Vorfeld gemeinsam mit den Vertragspartnern abgeklärt“, behauptet ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif. Auf Wunsch der Gemeinde wurde der Fokus verstärkt auf Fahrräder und PKW gerichtet. „Man wird die Situation hinsichtlich der Zweirad-Stellflächen im Auge behalten und im gegebenen Fall entsprechende Lösungen suchen“, so Seif weiter.