Erstellt am 27. Januar 2016, 05:13

von Maria Knöpfl und Helga Urbanitsch

"Wir alle gestalten". Hochkarätige Referenten boten eine große Vielfaltan Blickwinkeln. "Klare Systeme lösen sich auf", so Vea Kaiser.

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Beim 6. Tullner Zukunftsforum wurden die Herausforderungen der heutigen Gesellschaft angesprochen und Lösungsansätze für die Zukunft geboten. Perfekt organisiert wurde die Veranstaltung von der Handelsschule und Handelsakademie Tulln mit ihrem Direktor Bürgermeister Peter Eisenschenk in Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde Tulln. Landeshauptmannstellvertreter Wolfgang Sobotka gratulierte zum Forum, welches Richtung und Orientierung verschafft.

Globalisierungsforscher Franz Josef Radermacher, Professor für Informatik an der Universität Ulm, rüttelte in seinem Vortrag über Globalisierung und Nachhaltigkeit mit Megatrends von der Explosion der Weltbevölkerung und verschärfender Klimaproblematik auf: „Wir laufen auf eine digitale Transformation zu, es ist fraglich, ob diese vernünftig zu organisieren sein wird.“ Neben dem totalen Kollaps ohne politischer Struktur oder der „Brasilianisierung der Welt“ in eine Zweiklassengesellschaft wäre es für Europa vernünftig, mit „Balance“ gemeinsam diese Krisen zu meistern.

Erfrischend dynamisch traf die österreichische Bestsellerautorin Vea Kaiser auf ihr Thema „Und wer werden wir dann sein?“ Sie stellte vier Bücher vor, die sich mit der Zukunft beschäftigen und zeigte die Veränderungen der Gesellschaft im Mittelalter, im 19. Jahrhundert, bis zur Postmodernen auf, wo sich klare Systeme aufzulösen beginnen.

Heinz Faßmann, Vizerektor für Forschung und Internationales nahm Stellung zu einem Thema, das aktueller nicht sein könnte. „Wenn die Europäische Union wirklich eine Union wäre, dann wäre die Flüchtlingskrise leicht zu bewältigen.“ Er sprach von der Notwendigkeit der Bekämpfung von Fluchtursachen und Verbesserung des europäischen Asylsystems.

„Selbststeuerung und würdiges Menschenbild“

Über Resilienz aus nachhaltiger Sicht sprach Anna Maria Pircher-Friedrich. Dazu meinte sie, „dass der Mensch verstehen muss, worum es geht. Wir brauchen das Gefühl mitgestalten zu können, wo Sinn ist, ist maximale Leistungsfähigkeit. Weiters ist Selbststeuerung und Selbstkontrolle nötig und ein würdiges Menschenbild. Weiters Fairness und soziale Akzeptanz, sowie Dankbarkeit, für das, was wir haben. Wir alle können Zukunft gestalten.“