Erstellt am 19. November 2015, 05:33

von Gabi Gröbl

„Wo ist Vorbildwirkung?“. Verkehrssicherheit / Obwohl eine Verkehrstafel dies untersagt, bringen viele Eltern ihren Nachwuchs bis vor die Schultür. Dass sie damit andere Kinder gefährden, ist ein Problem.

Andreas Thomaso, Gerhard Beer und Karl Heiß arbeiten an einer Lösung für das gefährliche Problem.  |  NOEN, Gröbl

Verkehrsschilder im Bereich vor dem Eingang der Volksschule besagen, dass die kleine Gasse in der Zeit von 6.30 bis 14 Uhr autofrei zu halten ist. Diese Regelung gilt nicht für Lehrer, Lieferanten und die Benützung des Behindertenparkplatzes. Auffallend oft wird das von Eltern ignoriert, die sie ihre Kinder „nur g’schwind rausspringen“ lassen. Zwischen 7.30 und 7.45 Uhr ist das Gefahrenpotential besonders groß. Kinder können beim rückwärts Hinausfahren oder Umdrehen in der Gasse von den Autofahrern übersehen werden, aufgrund ihrer Körpergröße sehen Schüler nicht über die Autos, die in der Gasse stehen.

Fehlverhalten darf nicht aufgezeigt werden

Die Schülerlotsen, die nur befugt sind Kindern bis 15 Jahren über die Straße zu helfen, dürfen hier nicht eingreifen, das Fehlverhalten nicht aufzeigen. Eine Mutter: „Wir verlangen von unseren Kindern, dass sie sich an Vorschriften halten und selber halten wir sie nicht ein. Wo bitte ist da die Vorbildwirkung?“ Direktor Gerhard Beer: „Es gehört geregelt, dass niemand mehr hineinfahren darf.“ Umweltgemeinderat Andreas Thomaso sieht hier eine Chance, die Eltern und Schüler dazu zu motivieren, kürzere Strecken zu Fuß oder mit dem Bus zurückzulegen. Die Sicherheitsfrage zieht sich weiter bis zur angrenzenden Bushaltestelle. Rangeleien und Herumrennen sind an der Tagesordnung.

"Kompetenz endet bei der Schultüre"

Direktor Beer: „Meine Kompetenz endet bei der Schultüre, für den Schulweg sind die Eltern verantwortlich.“ Er ergänzt: „Ich schaue ab und zu vorbei, sehe im Verhalten ein gesellschaftspolitisches Problem. Rücksichtnahme wird momentan eher klein geschrieben.“ In der ersten Schulwoche werden die Erstklassler von ihren Lehrern an die Haltestelle begleitet. Karl Heiß, Gemeinderat für Straßen und Sicherheit, arbeitet an der Verbesserung der Situation. Eine 30er Zone vor den Schulen ist eine Idee, um die Autofahrer zu entschleunigen. Bürgermeisterin Josefa Geiger appelliert: „Ich möchte die Eltern bitten, vermehrt auf die Verkehrssicherheit zu achten, ein Stückchen zu Fuß zu gehen und den Kindern auch hier ein Vorbild zu sein.“