Erstellt am 11. November 2017, 04:18

von Helga Urbanitsch

Junge Komponisten erfinden neue Musik. Zum vierten Mal fand das Konzert der jungen Komponisten der NÖ Musikschulen im Tullner Atrium statt.

Valerie Ettenauer komponierte ein Stück für das „Toypiano“. Ihre Mutter Isabel trug das Werk vor.  |  NOEN

Cordula Böesze, Leiterin der Komponierwerkstatt Tulln, rief vor zehn Jahren den Komponierworkshop „Wer außer Mozart“ in der Musikschule Tulln ins Leben. Die Schüler konnten Gefühle und ihre kreative Gedankenwelt mit Eigenkompositionen zum Ausdruck bringen.

Komponist Gabriel-Geza Vörösmarty, Valentina Borowansky (Trompete) und Philipp Gutmann (Schlagwerk).  |  NOEN

Diese Initiative ist gewachsen, und nun fand im Tullner Atrium bereits zum vierten Mal das Konzert „Young Composers in Concert“ statt, bei dem die jungen Komponisten ihre Werke auch präsentieren konnten. Wertschätzend und einzigartig sind dabei die Zauberworte.

Das 21. Jahrhundert zum Klingen gebracht

Dabei wurden bei der Verwendung der Instrumente oft eigene, originelle und durchdachte Wege begangen, wie die elfjährige Lucia Wuinovic und Laetitia Sengel (12), (Klavier und Oboe) mit „Ein musikalischer Reisebericht“ bewiesen.„Hier wird das 21. Jahrhundert zum Klingen gebracht“, lobte Präsident Huber die musikbegeisterten Schüler.

„Die Förderschiene begann im Rahmen von Prima La Musica, aber im Gegensatz zu Prima la Musica wollen wir vom Wettbewerbsgedanken wegkommen. Die jungen Musiker erfinden Musik, darum geht es“, erklärt der Präsident des Österreichischen Musikrates Harald Huber.

Jolanda Wurzer präsentierte denJahreszeitenwalzer. Im Bild mit ihrer Lehrerin Dagmar Stöhr.  |  NOEN

Gottfried Zawichowski, „Musik aktuell“, als Kooperationspartner brachte es auf den Punkt: „Dass man an den Musikschulen ein Instrument lernt ist klar, aber dass man eigene neue Musikstücke erfinden kann, ist eine neue Dimension“, freut sich Zawichowski über die Klangerlebnisse der anspruchsvollen Interpretationen.

„Spannend wird es erst, wenn wir uns um Neues und Unbekanntes kümmern, sonst treten wir auf der Stelle.“ Gottfried Zawichowski

Bei dem Stück „Der Weg des Wassers“, eine Komposition von Eduard Wernisch (12), für Klavier, Flöte und Klarinette, wurden die fallenden Wassertropfen durch das sanfte Klopfen an der Klarinette deutlich. „Da sind wir zufällig draufgekommen“, freut sich der Musikschüler aus Wienerwald Mitte. Moderatorin Cordula Böesze sprach von einer erstaunlichen Kreativität, die hier zum Erklingen kommt.

Die Moderatoren Harald Huber, Präsident des Österreichischen Musikrates und Cordula Bösze, Leiterin der Komponierwerkstatt Tulln mit Kooperationspartner Gottfried Zawichowski „Musik Aktuell“.  |  NOEN, Urbanitsch

„Die Musikschule Tulln, ebenfalls Kooperationspartner, ist heuer bei den Young Composers nicht vertreten, da wir an verschiedenen anderen Projekten arbeiteten, aber für nächstes Jahr stehen die Chancen gut“, zeigt sich Böesze optimistisch. Dass nun ein Lehrplan für das Unterrichtsfach Komponieren entsteht, freut die Musiklehrerin besonders. „Bald gibt es auch ,Komposition‘ als Unterrichtsfach, ich hab schon immer Komponistinnen vermisst“, lacht Böesze.

Aufsehen erregte das kleine „Toy Piano“, auf dem Isabel Ettenauer „2004 Butterflies“ vortrug. Komponiert wurde das beeindruckende Stück von Tochter Valerie (13), aus St. Pölten, die bereits von Anfang an beim Konzert Young Composers auftrat. Für das Buffet sorgte der Elternverein der Musikschule.