Erstellt am 14. Oktober 2015, 05:32

von Martin Gruber-Dorninger

Zucker, nicht immer süß. Umsatzerlöse gehen gegenüber Vorjahr um 1,7 Prozent zurück. Segment Zucker aufgrund der negativen Preissituation ist Hauptgrund. Ausblick eher positiv.

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Es ist Herbst in Tulln. Ebenso wie die fallenden Temperaturen gehört zu dieser Jahreszeit auch ein süßlicher Duft, der sich in die Tullner Luft gemischt hat. Ein Zeichen dafür, dass die Ernte und Verarbeitung von Zuckerrüben begonnen hat. Vergangene Woche zog einer der größten Arbeitgeber der Region, die AGRANA, eine erste Bilanz des ersten Halbjahres 2015/16 und gab Auskunft über die Zuckerrübenkampagne, im Zuge einer Pressekonferenz im Wiener Landtmann-Cafe.

21 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres

AGRANA-Vorstandsvorsitzender Johann Marihart stellte gemeinsam mit Stephan Büttner und Fritz Gattermayer die neuen Zahlen vor. Darin wurde verdeutlicht, dass die Umsatzerlöse der Gruppe gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozent zurückgingen. Dies führten die Vorstandsmitglieder hauptsächlich auf die unverändert negative Preissituation bei Zucker zurück.

Dort blieb man um 21 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres. „Die derzeit unerfreuliche Zuckerpreissituation hat zum einen das Halbjahresergebnis, wie angekündigt, stark geprägt, zum anderen beeinflussen insbesondere die zur Zeit hohen Ethanolpreise das Ergebnis im Segment Stärke und damit der Gruppe positiv“, fasste Marihart zusammen. Aufgrund der verbesserten Margenerwartung im Ethanolgeschäft konnten allerdings die Ergebnisprognosen für das Gesamtjahr angehoben werden. „Einmal mehr erweist sich unsere Strategie der Diversifizierung in drei Standbeine Zucker, Stärke und Frucht, mit der wir Ergebnisschwankungen besser auffangen können, als richtig“, resümiert Marihart.

Hitze und Dürre drückten Zuckergehalt

„Die Erträge aus der Ernte der Zuckerrübe sind aufgrund der Hitze und Dürre geringer ausgefallen. Der Zuckergehalt der Rüben ist durchschnittlich um 17 bis 18 Prozent niedriger“, bezog sich Stephan Büttner detailliert auf die Zuckerrüben-Kampagne.

Zufrieden zeigte sich der Vorstand mit den Investitionen, die getätigt wurden. Die umgebaute und vergrößerte Melasse-Ent-
zuckerungsanlage in Tulln wurde im Mai gestartet, und kostete das Unternehmen rund 14 Millionen Euro.

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Bilanz 2015/16

Konzernumsatz:
1.263,5 Mio. Euro (Halbjahr 2014/15: 1.285,2 Mio. Euro).

Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT):
68,7 Mio. Euro (Halbjahr 2014/15: 87,0 Mio. Euro);
2. Quartal bereits leicht über Vorjahr.

Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) bei Zucker:
68,7 Mio. Euro (Vorjahr: 87,0 Mio. Euro);
- 21,0 % unter dem Ergebnis des ersten Halbjahres 2014/15.

Ausblick Gesamtjahr 2015/16:
stabiler Umsatz und EBIT nur noch moderat unter Vorjahr.