Erstellt am 18. Dezember 2015, 14:29

von Sonja Pohl

"Keine Islamisierung". Konrad Kogler, Generaldirektor für ÖffentlicheSicherheit, stellte sich Fragen zu Flüchtlingen und Integration.

Konrad Kogler mit Luca, Gülsah, Kilian, Vanessa, Mentor und Denise bei der Diskussion im Polytechnischen Lehrgang Baden.  |  NOEN, Sonja Pohl

Einen neuen Weg in der Aufklärung Jugendlicher will der Badener Konrad Kogler als Österreichs Generaldirektor für Öffentliche Sicherheit beschreiten: Auftakt einer Informationsveranstaltungsserie war eine Diskussion zur Flüchtlingsproblematik im Polytechnischen Lehrgang Baden.

„Kaum ein Thema polarisiert so stark“, räumte Kogler ein, der über die aktuellen Maßnahmen informierte. „Es ist mir wichtig mit Gerüchten aufzuräumen“, nahm er zum Beispiel Bezug auf Berichte von angeblichen Plünderungen. Und obwohl am Tag der Veranstaltung der sechshunderttausendste Flüchtling an Österreichs Grenzen ankam, wie Kogler berichtete, sieht er keine Gefahr einer Islamisierung Europas. „Was sich auch anhand der Bevölkerungszahlen in der EU leicht wiederlegen lässt“, hält er nichts von Panikmache.

„Es sind Menschen, die da kommen“. Die Flüchtlingsproblematik sei vielmehr ein Verteilungsproblem, da sich nach wie vor zu wenige Staaten solidarisch zeigen. Umso wesentlicher ist für ihn die Integration. „Die insbesondere über Bildung und klugen Städtebau funktioniert“, lautet sein Fazit. Die aktuellen Maßnahmen – Stichwort Zaun – dienten nicht der Abschottung, betonte Kogler. „Sie sind ein Regulativ, um einen geordneten Grenzübertritt zu ermöglichen“.

„Radikalisierung der Jugend gegensteuern“

Beeindruckt zeigte sich Kogler von den rund 60 Schülerinnen und Schülern, die an der Diskussion teilnahmen und sich mit dem Thema überaus differenziert auseinandersetzten.

Welche Fragen die Schüler besonders interessierten? „Sie wollten wissen, inwieweit der Islamische Staat mit dem Islam zu tun hat. Wie Europa und Österreich die Flüchtlinge finanziell unterstützen. Welche Maßnahmen in nächster Zeit konkret angedacht sind, um die Flüchtlingsströme einzudämmen und welche Gefahren drohen. Angesprochen wurden sowohl Ängste, beispielsweise keinen Arbeitsplatz zu finden, wie die Wahrscheinlichkeit eines 3. Weltkrieges“.

Dass der Weg der direkten Aufklärung an Schulen richtig ist, davon ist Kogler überzeugt – „Wir sind alle gefordert mit den Jugendlichen im Gespräch zu bleiben. Information ist das richtige Mittel, um einer möglichen Radikalisierung gegensteuern zu können“. Deswegen will der Generaldirektor seine Informationskampagne an den Schulen schon bald fortsetzen.