Erstellt am 28. November 2015, 06:23

von Petra Vock

Erinnerung an Mitschüler. Beim BRG Ringstraße ist eine Gedenktafel eröffnet worden. Sie enthält die Namen der jüdischen Schüler, die einst zur Schulgemeinschaft gehörten.

Dir. Herbert Kefeder, Landesschulinsp. ,Elisabeth Streibel, Bgm. Reinhard Resch, Botschaftsrätin Hadas Wittenberg Silverstein, Robert Streibel, Bogdana Falkenhagen, und Julia Stindl (Schüler), Vertreter der Familie Nemschitz  |  NOEN, Johann Lechner

Beim BRG Ringstraße erinnert jetzt eine Gedenktafel an die jüdischen Schüler, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. An der Eröffnungsfeier nahmen auch Angehörige aus Israel teil.

„Dies ist ein sehr emotionaler Tag für uns“, bedankte sich Stavi Nemschitz, Tochter von Abraham Nemschitz, bei Historiker Robert Streibel und BRG-Professorin Elisabeth Streibel für die Initiative zu dem Projekt. Abraham Nemschitz gelang 1938 die Flucht nach Israel, andere Mitglieder der Familie, die einst in Krems ein Geschäft betrieb, starben in Konzentrationslagern.

Bei der von Schülern stimmungsvoll mitgestalteten Feier im BRG konnte Direktor Herbert Kefeder auch Bezirkshauptmann Elfriede Mayrhofer, Bürgermeister Reinhard Resch, mehrere Stadt- und Gemeinderäte sowie die israelische Botschaftsrätin Hadas Wittenberg Silverstein und Beate Raabe-Schasching, Vizepräsidentin des Landesschulrats NÖ, begrüßen. An der Feier nahm unter anderen auch Altbürgermeister Erich Grabner teil, er war selbst einst Schüler am BRG und musste als Halbwüchsiger an die Front.

Wozu dient Gedenken? Bürgermeister Resch antwortete mit Buddha: „Die Samen der Vergangenheit sind die Früchte der Zukunft“, und erinnerte an jene, die heute verfolgt werden. In diesem Sinn lobte er den Umgang mit Flüchtlingen in Krems.

Der gute Kontakt zu Israel wird am BRG übrigens weiter gepflegt: Im Dezember sind israelische Schüler in Krems zu Gast, und im April gibt es einen Gegenbesuch in Israel.