Erstellt am 07. April 2016, 11:31

„Kuh-Besamungs-Experten“ ausgebildet. Neun Schüler der Fachschule Warth bestanden die Prüfung zur professionellen „Kuh-Besamung“ und werden nun künftig für den Nachwuchs im Stall sorgen.

Die Schüler der Fachschule Warth bestanden die Prüfung zur professionellen »Kuh-Besamung«. v. l.: Thomas Schiefer-Flohner, Fachlehrer Ing. Hans Riegler, Gerald Schrammel, Simone Holzer, Philipp Schwarz, Thomas Ernst, Thomas Spitzer, Wolfgang Jeitler, Martin Ströcker-Grandl und Christoph Eisinger  |  NOEN, Jürgen Mück

„Beim dreitägigen Kurs zum Besamungs-Experten wurden die Jugendlichen praxisgerecht geschult und sind nun berechtigt selbst die künstliche Befruchtung der eigenen Kühe durchzuführen. Ansonst dürfen nur Tierärzte die Besamung vornehmen“, erklärt Fachlehrer Ing. Hans Riegler.

„Für die künftigen Hofübernehmer ist diese Lizenz ein wichtiger Schritt um mit den Tieren eigenständig zu arbeiten. Zudem können Tierarztkosten eingespart werden“, so Tierzuchtexperte Riegler.

 Training im Kuhstall

An der Besamungsstation Genostar in Gleisdorf (Steiermark) legten die Schüler die theoretische und praktische Prüfung ab. Die Ausbildung umfasste die Bereiche Management und Steuerung der Fruchtbarkeit, Anatomie sowie Physiologie.

Bevor an den richtigen Kühen trainiert wurde, galt es Übungen am Kuh-Modell durchzuführen. Erst nach diesen Trockenübungen wurden die Fähigkeiten im Stall unter der Leitung von praxiserfahrenem Personal verfeinert.

Auch die richtige Entnahme der Samen aus dem Stickstoffbehälter wurde fachgerecht geübt. Denn das Erbgut ist in flüssigem Stickstoff bei minus 196 Grad konserviert und somit praktisch unbegrenzt haltbar.

Größerer Zuchterfolg und weniger Krankheiten

In den fünfziger Jahren war in der Tierzucht die Gefahr von Deckseuchen sehr hoch. Daher suchte man nach einer Alternative zur natürlichen Deckung und entwickelte die Technik der künstlichen Befruchtung.

Heute wird fast ausschließlich die künstliche Besamung angewendet, weil der Zuchterfolg viel größer ist und die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung deutlich höher ist. Auch können damit besondere Vererber und Veredler als Vatertiere genutzt werden