Erstellt am 19. Februar 2016, 10:08

von Jutta Streimelweger

Debatte um Deutschpflicht in Schulpausen. Forderung aus Oberösterreich nach Deutschpflicht in der Pause kommt in St. Pölten nicht gut an. Sprachvielfalt ist wichtiger.

Der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne besondere Bedürfnisse soll bis 2020 in Österreich flächendeckend die Regel sein.  |  NOEN, Shutterstock/Oksana Kuzmina

Der oberösterreichische Vorstoß einer "Deutschpflicht" in den Schulpausen, findet in St. Pölten keinen Anklang – es werde sowieso mehrheitlich Deutsch gesprochen.

„Bei uns gibt es keine Vorschriften. Das Zusammenleben funktioniert trotzdem oder gerade deswegen sehr gut“, erklärt SZE-Direktorin Sigrid Zöchling. Mit dieser Meinung steht sie nicht alleine da. „Jede Sprache ist ein Gewinn“, betont HAK-Direktor Günter Schraik vor allem in Bezug auf die Chancen am Arbeitsmarkt.

Dem stimmt auch BORG-Direktor Hans Angerer zu: „Jugendliche sollten auch in ihrer Muttersprache kommunizieren können, Sprachkenntnisse erhöhen ihre beruflichen Chancen.“ Dennoch, gute Deutschkenntnisse seien Voraussetzung für das schulische Weiterkommen.

„Ich halte eine Deutschpflicht weder für
sinnvoll noch für kontrollierbar.“
Johann Wiedlack, HTL-Direktor

Auch in den Neuen Mittelschulen hält man von der Forderung wenig: „Die Schüler helfen einander und sprechen dabei in den Pausen in ihrer Muttersprache“, so Eva Kumpera von der Musikmittelschule Dr. Theodor Körner II. Für nicht durchführbar hält ihr Wagramer Kollege Karl Wimmer eine Pflicht: „Ich sehe das Problem in der Überprüfbarkeit.“ Dem stimmt auch HTL-Direktor Johann Wiedlack zu: „Ich halte das weder für sinnvoll noch für kontrollierbar.“

Bemühen statt Verpflichten

Umgesetzt wurde in Oberösterreich in der Schulhausordnung jetzt ein „Bemühen“, Deutsch in der Pause zu sprechen. Grundsätzlich sind auch die Schüler der Viehofner Mittelschule angehalten Deutsch zu sprechen, dennoch: „Unsere Schüler unterhalten sich auch in anderen Sprachen, finden aber gute Möglichkeiten miteinander zu kommunizieren“, so Hermann Reichebner.