Erstellt am 10. März 2016, 10:03

Landestheater St. Pölten zu Besuch im Schulzentrum Ybbs. Im Jahr 1906 veröffentlichte Robert Musil seinen ersten und zugleich auch erfolgreichsten Roman „Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“.

Schauspieler Jan Walter, die Schülerinnen und Schüler der 4AHITN und Frau Mag. Sandra Handlgruber.  |  NOEN, HAK Ybbs
Erzählt wird, wie Oberstufenschüler, darunter auch Törleß, in einem Militärinternat einen Mitschüler schikanieren, weil dieser gestohlen hat. Erst allmählich wächst in dem sensiblen Törleß die Abscheu vor den qualvollen Erpressungen.
 
Genau dieser Roman von Robert Musil diente den Theaterpädagogen des Landestheaters St. Pölten in diesem Schuljahr als Vorlage für ihr Angebot des „Klassenzimmertheaters“. In einer 45-minütigen Aufführung wird Schülern ein Theaterstück in ihrem eigenen Klassenraum präsentiert und danach die Möglichkeit geboten, mit dem Schauspieler zu diskutieren.
 
Wie macht man aus einem Roman ein Schauspiel? Wie schafft man es, einen über 100 Jahre alten Text so zu veranschaulichen, dass 17-18-jährige Schüler die Aktualität erkennen? Wie kann ein einziger Schauspieler ein ganzes Drama in nur 45 Minuten darstellen?
 
Solche und ähnliche Fragen stellte sich die 4ahitn zur Vorbereitung auf die Aufführung im Deutschunterricht. Am 4. März 2016 kamen sie dann in L02 in den Genuss der exzellenten Vorführung. Jan Walter, der seit 4 Jahren zum Ensemble des Landestheaters St. Pölten zählende deutsche Schauspieler, schaffte es, die jungen Zuhörer ab der ersten Minute in seinen Bann zu ziehen. Nach der Vorstellung und dem anschließenden Gespräch mit dem sympathischen Schauspieler waren alle der begeisterten Meinung, dass es etwas ganz Besonderes sei, ein Theaterstück so hautnah und unvermittelt erleben zu dürfen.
 
Denn: Wann sonst hat man schon einmal die Chance, einen Schauspieler zu küssen? ;-)