Erstellt am 21. Januar 2016, 14:06

Symposium Medienethik. Medienethik ist längst nicht mehr rein intellektueller Tummelplatz für Philosophinnen und Philosophen sowie KommunikationswissenschaftlerInnen, sondern im Denken der MedienmacherInnen angekommen.

 |  NOEN, FH St. Pölten / Foto Kraus

Ein Fachbegriff, der hier eine wichtige Rolle spielt, ist jener der Disruption, also der Verdrängung alter durch neuer Technologien. Das erste Forum Medienethik der Fachhochschule St. Pölten und des IMEC (Interdisciplinary Media Ethics Center der ÖAW) untersucht, wie sich Medien auf diese Entwicklung einstellen können.

Auch in der Medienökonomie und im Medienmanagement gibt es solche Verdrängungsprozesse, etwa wenn alte ökonomische Prinzipien nicht mehr funktionieren (s. Share-Economy) oder intensiv nach neuen Wertschöpfungs- und Erlösmodellen gesucht wird (s. Digital Business, E-Commerce). Viele dieser Prozesse haben mit Datenmengen und neuen Möglichkeiten der Datenbewirtschaftung zu tun („Big data“) und technologische Disruptionen ergeben womöglich neue ökonomische Modelle.
 
„Nicht immer wird bei diesen Diskussionen die Frage nach den ethischen Problematiken gestellt, die Disruptionen in der Medienlandschaft mit sich bringen können. Und es braucht eine interdisziplinäre Herangehensweise, um diese Problemfelder aufzudecken und zu analysieren“, sagt Michael Litschka, Leiter des Studiengangs Media Management an der FH St. Pölten und Organisator des Symposiums Medienethik.

Hinterfragen bestehender Berufsfelder

Letztendlich stehen ganze Berufsfelder zur Disposition (s. traditioneller Recherchejournalismus vs. Citizen Journalism) und kann die oft beschworene „öffentliche“ Aufgabe der Medien nur unter ethischen Gesichtspunkten betrachtet werden.
 
Das Symposium sowie die anschließende Podiumsdiskussion werden sich der Verantwortung der MedienmacherInnen und Journalisten und Journalistinnen sowie dem Einbeziehen der Zivilgesellschaft in mediale Erstellungsprozesse widmen. Untersucht werden auch Selbst- vs. Fremdregulation von Medienunternehmen, Möglichkeiten der Verankerung von Ethik in der Medienproduktion und -distribution angesichts ökonomischen Drucks sowie Medienqualität und Medienethik bei Big-Data-Geschäftsmodellen, Ethik im Zusammenhang mit sozialen Netzwerken und mögliche Innovationen, Paradoxien und Widersprüche in der Medienwelt.
 
Das Forum Medienethik ist eine Tagung des Departments Medien & Wirtschaft der FH St. Pölten in Kooperation mit dem IMEC (Interdisciplinary Media Ethics Center) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zu neuen ethischen Herausforderungen für MedienmanagerInnen, Journalisten und Journalistinnen und weitere Medienakteure und -akteurinnen angesichts disruptiver Entwicklungen der Branche.

 
Symposium Medienethik: „Medienethik als Herausforderung für MedienmacherInnen“

29. Februar 2016, 13:00 – 20:00 Uhr
Fachhochschule St. Pölten, Kleiner Festsaal
Matthias Corvinus-Straße 15, 3100 St. Pölten
Kontakt und Anmeldung (bis 15. Februar 2016):
Rosmarie Tomasch, T: +43/2742/313 228 – 625, symposium@fhstp.ac.at .
www.fhstp.ac.at/de/newsroom/events/symposium-medienethik-2016
www.fhstp.ac.at/events
 
Symposium Medienethik auf Twitter: https://twitter.com/fh_stpoelten , #medienethikfhstp