Erstellt am 02. Oktober 2015, 11:32

Fachschule Tulln führt Photovoltaik-Projekt in Äthiopien durch. Die Landwirtschaftliche Fachschule Tulln erfüllt Entwicklungszusammenarbeit mit Leben und führte ein beispielgebendes Projekt in Äthiopien durch.

Fachlehrer Ing. Wiesmüller präsentierte mit Schülern der LFS Tulln den Solarkoffer Bildungslandesrätin Mag. Barbara Schwarz. Die Personen v. l.: Schüler Michael Niemeczek, Daniel Tiefenbacher, Bildungslandesrätin Mag. Barbara Schwarz, Fachlehrer Ing. Walter Wiesmüller und Fabian Boyer.  |  NOEN, Büro LR Schwarz
Fachlehrer Walter Wiesmüller entwickelte gemeinsam mit seinen Schülern einen Solarkoffer, um Strom völlig autark erzeugen zu können. Der Solarkoffer wurde so konzipiert, dass mit einfachen Mitteln ein Optimum an Energie gewonnen werden kann.

Diese Bautechnik kam in den Sommermonaten auch in Äthiopien zur Anwendung. Lehrer Wiesmüller baute mit Studenten der Universität in Meki, einer Stadt südlich von Addis Abeba, einen „Solarkoffer“, mit dem Strom erzeugt und Akkus aufgeladen werden können.
 
Für Bildungs-Landesrätin Mag. Barbara Schwarz zeigt die Durchführung dieses einzigartigen Hilfsprojekts das große Engagement und die Hilfsbereitschaft der LehrerInnen und Schulen in Niederösterreich auf, die sich nicht scheuen auch in den Ferien aktiv zu sein:

„Die Kooperation zwischen der Fachschule Tulln und der äthiopischen Universität unterstreicht, wie erfolgreiche Entwicklungshilfe vor Ort geleistet wird. Dies bedarf keiner großen Geldbeträge, sondern Engagement, Respekt vor der anderen Kultur und die Begegnung auf Augenhöhe sind entscheidend für das Gelingen der Zusammenarbeit. Ich danke für die umfassende Einbindung unserer Schülerinnen und Schüler beim Bau des Solarkoffers und der wertvollen Verbindung des Umweltgedanken mit sozialem Engagement.“

Schulschwerpunkt „Erneuerbare Energieformen“

Die kleine Solaranlage verfügt zudem über eine effiziente Leselampe, die vor allem in ländlichen Gebieten ohne Stromversorgung wertvolle Dienste leistet. Kinder und Jugendliche, die tagsüber oft arbeiten müssen, können damit am Abend für die Schule lernen. Denn nur etwa 15 Prozent der Bevölkerung in Äthiopien verfügt über einen Anschluss an das Stromnetz“, freuen sich Wiesmüller und Direktor Josef Meisl über den Schulschwerpunkt „Erneuerbare Energieformen“.
 
„Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg für ein selbstbestimmtes Leben – egal ob in Europa oder in Afrika. So gesehen ist dieses Projekt ein wichtiger Beitrag, den jungen Menschen in Äthiopien eine Perspektive zu geben und sie Schritt für Schritt an ein Leben heranzuführen, welches sie selbstständig meistern können“, ist die Landesrätin überzeugt.