Erstellt am 23. September 2015, 06:22

von NÖN Redaktion

Jugend spielte in Traiskirchen auf. Das Jugendsymphonieorchester Tulln musizierte in der Eislaufhalle für Flüchtlinge.

Gerlinde Zickler unterhielt Kinder und Jugendliche in ihrer Rolle als »Seelenclown«.  |  NOEN, privat

„Wo die Sprache aufhört, da fängt die Musik an.“ Auf keinen anderen Zusammenhang trifft dieser Satz von E.T.A. Hoffmann eher zu als auf das Konzert des Jugendsymphonieorchesters Tulln für die Flüchtlinge in Traiskirchen.

Auf Einladung von connect.traiskirchen (jener Initiative, die für die derzeit über 1.800 minderjährigen Flüchtlinge in Traiskirchen ein wöchentliches Freizeit- und Bildungsangebot organisiert) spielte das Orchester der Musikschule Tulln in einer Eislaufhalle auf Bierbänken sitzend, teilweise stehend, bis auf Tuchfühlung umringt vom womöglich internationalsten Publikum Österreichs: Dieses Konzert geriet zum berührendsten Auftritt des Orchesters bislang.

Mit arabischen Phrasen ausgerüstet

Die jungen Musiker hatten sich im Vorfeld mit arabischen Phrasen ausgerüstet: „Guten Tag!“, „Wir sind glücklich, euch zu sehen.“, „Danke!“ Die Flüchtlinge versuchten tapfer, ihre ersten Deutschkenntnisse anzuwenden.

Doch mit Mozarts Symphonie Nr. 35 verschwanden alle Sprachbarrieren. Die einen hörten vergnügt und gebannt zu, andere begannen zu weinen. Dirigent Hans-Peter Manser studierte mit den Zuhörern den Gesang zur Bauernpolka von Johann Strauss ein, womit sich zusammen mit dem Orchester ein gemeinsam aufgeführtes Stück ergab, das mit jeder Wiederholung besser wurde.

Mit Werken von Beethoven und Leroy Anderson endete ein Konzert, das im Jugendsymphonieorchester tiefe Eindrücke hinterließ.