Erstellt am 06. Januar 2016, 05:28

von Daniela Führer

„Periode mache ich noch“. Bis 31. Jänner wählen die Feuerwehren in den Abschnitten Waidhofen-Stadt und Waidhofen-Land ihre Kommandos. Eine Neuaufstellung wird es fix in Windhag geben.

Abschnittsfeuerwehrkommandant von Waidhofen-Land Werner Pießlinger wird sich erneut der Wahl in seinem Abschnitt und bei seiner Heimwehr stellen (Foto links). Abschnittsfeuerwehrkommandant von Waidhofen-Stadt Josef Rauchegger ist besorgt, dass Wassertransporte und Waldbrandgefahren hitzebedingt immer mehr Thema werden (Foto rechts).  |  NOEN, Fotos: Lugmayr

Nach fünf Jahren ist es wieder soweit: Die Feuerwehrabschnitte Waidhofen-Stadt und Waidhofen-Land wählen bis 31. Jänner ihre Kommandos und formieren sich zum Teil ganz neu.
Im Abschnitt Waidhofen-Stadt mit den Freiwilligen Feuerwehren Waidhofen-Stadt, St. Georgen/Klaus, St. Leonhart/Walde, Wirts, Windhag, Zell/Ybbs und der Bene-Betriebsfeuerwehr kommt es laut Abschnittsfeuerwehrkommandant Josef Rauchegger fix in Windhag am 10. Jänner zu einer Neuaufstellung des Kommandos.

„Die Windhager haben eine junge, motivierte Mannschaft und aus ihren Reihen wird das neue Kommando gewählt“, verrät er. Auch bei der FF Wirts ist ein Wechsel im Kommando möglich. Hier wird am 17. Jänner gewählt.

Für Josef Rauchegger selbst ist noch nicht entschieden, ob er sich erneut als Abschnittsfeuerwehrkommandant zur Wahl stellt: „Wir werden uns im Abschnitt noch zusammensetzen und darüber sprechen“, sagt er. In seiner Heimatfeuerwehr wiederum, der FF Zell, ist fix, dass er erneut als Kommandant kandidiert.

„Die Windhager haben eine junge, motivierte Mannschaft.
Aus ihren Reihen wird das neue Kommando gewählt.“
Abschnittsfeuerwehrkommandant von Waidhofen-Land
Josef Rauchegger

Der Abschnittskommandant von Waidhofen-Land, Werner Pießlinger, will zu Veränderungen in den Kommandos in seinem Abschnitt noch nicht viel verraten: „Bei ein, zwei Feuerwehren ist es schon klar, dass sich altersbedingt Veränderungen im Kommando ergeben, bei zwei, drei weiteren könnte sich auch was tun“, hält er sich bedeckt. Selbst stellt er sich in seiner Heimatgemeinde Opponitz und auch im Abschnitt Waidhofen/Ybbs-Land wieder zur Wahl: „Eine Periode mache ich noch als Abschnittskommandant, wenn sie mich denn wollen“, schmunzelt er.

In der abgelaufenen Periode von 1.1.2011 bis 31.12.2015 hat sich in beiden Abschnitten viel getan (Einsatzstatistik: siehe unten). Prägend in Erinnerung blieb Josef Rauchegger, Abschnittsfeuerwehrkommandant von Waidhofen-Stadt, das tragische Brandereignis im September 2012 im Haus des Waidhofner Lungenfacharztes Wolfgang Knaus. Die Feuerwehrmänner konnten den Mediziner nur noch tot aus seinem stark verrauchten Wohnhaus bergen.

Auch der Großbrand bei Vizebürgermeister Anton Lueger in Konradsheim Ende 2013 erforderte den vollen Einsatz der Feuerwehren der ganzen Region. „Ein Großaufgebot an Feuerwehren konnte das Übergreifen der Flammen auf das Wirtschafts- und das Wohngebäude verhindern“, berichtet Rauchegger. Es waren acht Feuerwehren mit 153 Mann zum Teil die ganze Nacht lang im Einsatz.

Wassertransporte waren 2015 großes Thema

Im Abschnitt Waidhofen-Land blieb Kommandant Werner Pießlinger der Großbrand eines Wirtschaftsgebäudes bei Kröllendorf im Juli des Vorjahres prägend in Erinnerung. Zwölf Feuerwehren mit 200 Mann waren im Einsatz. Das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder, doch die Kühe konnten von den Florianijüngern noch rechtzeitig aus dem Stall gerettet werden.

Ein Problem, das die Feuerwehren beider Abschnitte besonders im abgelaufenen Jahr sehr beschäftigt hat, ist jenes der Wasserversorgung. „2015 gab es viele Wassertransporte aufgrund der extremen Dürre. Aber auch im Oktober, November und Dezember wurde noch viele Transporte von den Feuerwehren gefahren. Und jetzt mit der Kälte wird das Wasser speziell für Häuser in höheren Lagen wieder knapp“, erklärt Kommandant Werner Pießlinger. Wenn die extremen Temperaturenvvv auch in den nächsten Jahren ähnlich ausfallen, müsse man dringend Überlegungen anstellen. „Besser wird es meiner Meinung nach nicht. Für die Feuerwehr heißt das auch, dass man sich mehr mit Waldbrandgefahren auseinandersetzen muss.“ Statistisch gesehen nahmen Brände auch in den letzten Jahren wieder eher zu, berichtet er.

Wahl und Einsätze

• Bis Ende Jänner müssen die Wahlen bei den einzelnen Feuerwehren abgeschlossen sein.
Das Abschnitts- und Unterabschnittskommando wird am 27. Februar am Bezirksfeuerwehrtag in Amstetten gewählt.

• Der Abschnitt Waidhofen-Stadt mit seinen sieben Freiwilligen Feuerwehren Waidhofen/Ybbs-Stadt, St. Georgen/Klaus, St. Leonhard/Walde, Wirts, Windhag, Zell/Ybbs und der Bene-Betriebsfeuerwehr verbuchte in der abgelaufenen Periode von 1.1.2011 bis 31.12.2015: 123 Brandeinsätze, 249 Brandsicherheitswachen und 1.783 technische Einsätze.

•  Der Abschnitt Waidhofen-Land bestehend aus den 15 Feuerwehren Allhartsberg, Doppel, Hiesbach, Kematen, Hollenstein, Kröllendorf-Wallmersdorf, Opponitz, Rosenau, St. Georgen/Reith, Sonntagberg, Ybbsitz, Niederhausleiten-Höfing und den Betriebsfeuerwehren MBA Polymers, Mondi Neusiedler und Voestalpine bewältigte zwischen 1.1.2011 und 31.12.2015 insgesamt: 256 Brandeinsätze, 1.717 Brandsicherheitswachen und 2.593 technische Einsätze.