Erstellt am 06. Januar 2016, 05:33

von René Denk

Knapp tritt wieder an. Bezirkskommandant Franz Knapp möchte Zusammenarbeit den Feuerwehren weiter verbessern, um dem gesellschaftlichen Trend entgegenzuwirken.

»Es wird immer schwieriger für eine Feuerwehr, ständig und in voller Mannschaftsstärke einsatzbereit zu sein. Um diesem Trend entgegenzuwirken, müssen wir das Alarmierungssystem anpassen und die Nachbarfeuerwehren stärker miteinbinden«, meint Franz Knapp im NÖN-Gespräch.  |  NOEN, Foto: René Denk

Feuerwehr-Bezirkskommandant Franz Knapp wird wieder zur Wahl des Bezirkskommandanten am 20. Februar antreten. Bis Ende Jänner müssen die Feuerwehren ihre Kommandos gewählt haben.
„Nein, es war keine schwere Entscheidung für mich. Ich habe ein wirklich gutes Team, da fällt die Entscheidung leicht“, meint Knapp auf NÖN-Anfrage. Die letzten fünf Jahre habe er impulsiv erlebt, wo man im Bezirk viel bewegt habe.

So gab es drei Vergaben von Spezialfahrzeugen im Bezirk. Davon ein Unimog, der in Ottenschlag seinen Standort fand, ein Wechselladefahrzeug (WLA) wurde bereits an die Feuerwehr Groß Gerungs vergeben und ein Teleskoplader werden die Friedersbacher Florianis erhalten. Beide Fahrzeuge sind bereits fix vergeben, aber noch nicht an ihren Standorten eingetroffen.

Weiters wurde der Container für „Gefährliche Stoffe“ komplett umgebaut und mit neuen Geräten versehen. Auch die Bewerbsstrukturen hat man in den letzten fünf Jahren verändert: So gibt es nun auch einen Bezirks-Gesamtsieger, wo drei der vier Ergebnisse bei den Abschnittsbewerben zusammengezählt werden. Auch der Bezirksführungsstab (er besteht aus rund 20 Personen) sei neu aufgebaut und der Katastrophenfall bereits geübt worden.

„Die Wehren haben super zusammengearbeitet
und ihre Schlagkraft gezeigt“ 
Bezirksfeuerwehrkommandant Franz Knapp zu
den großen Feuerwehreinsätzen im Bezirk

Sehr stolz zeigt sich Knapp darüber, dass die Feuerwehrmitglieder im Bezirk sehr viele Leistungsprüfungen erfolgreich abschließen, sei es bei der Ausbildungsprüfung Löscheinsatz, Atemschutz oder technischer Hilfeleistung. „Es freut mich sehr, dass das im Bezirk so gut angenommen wird“, sagt der Bezirkskommandant.

Die Feuerwehr Rappoltschlag in der Gemeinde Waldhausen hat sich leider aufgelöst, jetzt hat der Bezirk noch 103 Feuerwehren und die Betriebsfeuerwehr von Stora Enso (siehe Bericht rechte Seite). „Von Auflösungen anderer Wehren weiß ich noch nichts. Ich hoffe nicht, dass mehr Wehren den Weg der Auflösung zu gehen. Sollte wirklich kein Kommando gefunden werden, wäre der richtige Weg, einen abgesetzten Zug einer Nachbarfeuerwehr zu bilden, um später vielleicht wieder ein eigenes Kommando zu bilden“, will Knapp auf künftige Chancen hinweisen.

Kommunikation und Zusammenarbeit verbessert

Stolz ist sich Knapp auch auf die Zusammenarbeit bei schweren und großen Einsätzen – egal ob bei Bränden, Busunfall oder Eiskatastrophe: „Das hat wirklich gut funktioniert. Die Wehren haben super zusammengearbeitet und ihre Schlagkraft gezeigt. Da kann ich mich – und somit auch die gesamte Bevölkerung – auf meine Feuerwehrmänner verlassen. Es wurde auch kein Feuerwehrmann schwer verletzt. Das freut mich am Allermeisten.“ Auch mit den anderen Blaulichtorganisationen gäbe es eine sehr gute Zusammenarbeit.

Der Bezirkskommandant wurde bei den letzten Bezirkswahlen 2011 für seine erste Periode gewählt. Und das per Losentscheid, da er und sein Gegenkandidat jeweils genau 50 Prozent der Stimmen hatten. Tut man sich da in seinem Amt schwerer? „Man muss Überzeugungsarbeit leisten. Ich glaube aber, wir konnten einen sehr guten Weg finden. Die Entscheidung, Vertreter eines jeden Abschnittes in das Bezirksfeuerwehrkommando zu holen, war absolut richtig.

Alleine dadurch wurden schon die Kommunikation und somit auch die Zusammenarbeit verbessert. So konnte ich auch viel besser zeigen, dass ich als Bezirksfeuerwehrkommandant für alle Feuerwehren des Bezirkes da bin und nicht nur für einen Abschnitt“, meint Knapp auf die NÖN-Frage. Auch er – wie die Abschnittskommandanten – habe bisher nicht gehört, dass er diesmal einen Gegenkandidaten bei der Bezirksfeuerwehrwahl bekommt.

 Feuerwehrmitglieder beruflich verhindert 

Für die nächste Periode sieht Knapp ein großes Aufgabengebiet. Zum einen möchte er das Interesse der Jugend für die Feuerwehr wieder verstärkt wecken. Derzeit wird hier bereits in den dritten und vierten Volksschulen das Projekt „Gemeinsam Sicher Feuerwehr“ umgesetzt. Weiters möchte er die Zusammenarbeit der Feuerwehren weiter verbessern.

„Es wird immer schwieriger für eine Feuerwehr, ständig und in voller Mannschaftsstärke einsatzbereit zu sein. Immer mehr Feuerwehrmitglieder sind beruflich verhindert oder haben den Arbeitsplatz sowieso nicht mehr in unmittelbarer Nähe ihres Heimatortes. Um diesem Trend entgegenzuwirken, müssen wir das Alarmierungssystem anpassen und die Nachbarfeuerwehren stärker miteinbinden. Die Alarmierungen müssen laufend evaluiert werden“, will Knapp künftige Probleme im Vorhinein vermeiden.

Auch für die Problematik der verpflichtenden Untersuchungen für Atemschutzgeräteträger bahne sich eine Lösung an, die für die Feuerwehr vertretbar ist, meint der Bezirksfeuerwehrkommandant zu dem Thema, bei dem er im Sommer 2014 Alarm schlug.