Erstellt am 24. Februar 2016, 03:39

von Sabine Hummer

Brandrat Kogler übergibt: Eine Ära geht zu Ende. Brandrat Franz Kogler übergibt am Sonntag nach fünfzehn Jahren den Abschnitt St. Peter/Au in jüngere Hände und erzählt über seine Feuerwehrzeit.

Brandrat Franz Kogler legt am Sonntag seine Funktion als Kommandant des Abschnittes St. Peter/Au zurück, die er fünfzehn Jahre mit großem Engagement ausgeübt hat. Foto: Hummer  |  NOEN, Sabine Hummer

Am kommenden Sonntag finden die Bezirkswahlen der Feuerwehren statt, bei denen auch die Abschnittskommandos neu bestellt werden. Für den Abschnitt St. Peter/Au, dem 17 Feuerwehren angehören, geht mit diesem Tag eine Ära zu Ende.

Brandrat Franz Kogler übergibt seine Funktion als Abschnittskommandant an David Strahofer, Kommandant der FF Seitenstetten-Dorf. „Er ist ein sehr guter Mann und ich bin froh, dass ich den Abschnitt in geordneten Bahnen übergeben kann“, sagt Kogler.

„Die Zusammenarbeit im Abschnitt war einmalig,
alle haben an einem Strang gezogen. Für die
Zukunft kann ich nur wünschen, dass das so bleibt.“
Brandrat Franz Kogler

Die Begeisterung für das Feuerwehrwesen entstand bei Franz Kogler übrigens aus einer Notsituation heraus.

„Als ich 13 Jahre alt war, brannte der Wirtschaftstrakt meines Elternhauses total ab. Mit dem Moped bin ich damals zum Depot gefahren und hab‘ die Sirene gedrückt. Es hat dann eine Ewigkeit gedauert, bis Hilfe kam. Ab diesem Moment war mir klar, dass ich zur Feuerwehr will. Als ich mit 15 dann geworben wurde, war ich von Anfang an engagiert dabei. Dass ich aber so weit komme, habe ich mir nicht gedacht“, erinnert sich der 61-Jährige.

1986 wurde er zum Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr St. Peter gewählt. „Das war eigentlich nicht geplant. In der Nacht vor der Wahl haben mich einige vom Kommando besucht und eindringlich gebeten, das Kommando zu übernehmen, da es mehrere Gruppierungen gab und die Feuerwehr damals eine zerstrittene Partie war“, erzählt Kogler, dem es in kürzester Zeit gelang, die Streitigkeiten zu schlichten. „Schnell haben alle wieder an einem Strang gezogen. 1989 bis 1991 haben wir dann das Feuerwehrhaus umgebaut und erweitert.“

Digitale Alarmierung und neue Schadstoffanzüge

Nach fünf Jahren wurde Franz Kogler St. Peters Unterabschnittskommandant. In dieser Zeit baute er das Sachgebiet Gerätedienst auf. 2001 wurde er schließlich zum Abschnittskommandanten gewählt, eine Funktion, die Franz Kogler mit Begeisterung und großem Einsatz ausführte.

15 Jahre lang stand er dem Abschnitt vor und hat in diesen eineinhalb Jahrzehnten viel bewegt: Die Umstellung auf digitale Alarmierung zum Beispiel oder den Ankauf von Schadstoffanzügen der Warnstufe III oder die Anschaffung eines Explosimeters (Gaswarngerät).

„Mir war wichtig, dass Sondergeräte regional über den Abschnitt angekauft wurden, die von allen Feuerwehren und den Gemeinden mitfinanziert wurden“, informiert der scheidende Abschnittskommandant.

Wichtig sei ihm immer auch die Jugendarbeit gewesen – sieben Jugendgruppen gibt es aktuell im Abschnitt, wobei Seitenstetten und Krenstetten in Koglers Amtszeit neu gegründet wurden.

„Großbrände sind stark zurückgegangen“

Auch auf die Schulung der Kameraden legte Kogler mit seinem Team großes Augenmerk. „Ausbildung ist das Wichtigste, damit die Einsätze dann auch entsprechend erledigt werden können“, weiß der Feuerwehr-Experte par excellence.

Ein Anliegen war ihm außerdem die Einführung eines Sicherheitsstammtisches, bei dem die Zusammenarbeit der Blaulichtorganisationen Feuerwehr, Rotes Kreuz und Polizei sowie von EVN, Straßenmeistereien und Gemeinden auf eine neue Ebene gehoben wurde.

„Unvergessen sind das Hochwasser von 2002 oder der Brand beim Dorfmayrgut in St. Michael, wo ein kleiner Bub in letzter Sekunde gerettet werden konnte. Auch tragische Unfälle wie der Flugzeugabsturz in Seiten-stetten oder die Schneekatastrophe 2006 in St. Georgen/Reith und Hollenstein bleiben in Erinnerung“, erzählt Kogler, der in seiner Feuerwehrkarriere viel gesehen hat. „Die Großbrände sind stark zurückgegangen, dafür werden die technischen Einsätze sukzessive mehr.“

Besonders bei diesen habe sich viel verändert: „Ich kann mich noch an einen Unfall erinnern, wo ein Mann verbluten musste, weil wir in St. Peter noch keinen Scher-Spreizer hatten. Mein erstes Bemühen als Kommandant in St. Peter galt damals der Anschaffung eines solchen hydraulischen Rettungsgerätes.“

Dem neuen Team im Abschnitt St. Peter/Au rund um David Strahofer wünscht Kogler, dass es den erfolgreichen Weg weitergehen kann. „Die Zusammenarbeit im Abschnitt war einmalig, alle haben an einem Strang gezogen. Für die Zukunft kann ich nur hoffen, dass das so bleibt.“

Für seine Zeit im Abschnitts-feuerwehr-Ruhestand hat sich Franz Kogler vorgenommen, sich seinen anderen Hobbys und seiner Partnerin zu widmen. „Ich bin ja nach wie vor bei der Feuerwehr, da werden die Entzugserscheinungen dann doch nicht so groß sein“, lacht der Brandrat, der noch einen besonderen Wunsch hat: „Dass das, was unsere Vorfahren aufgebaut und wir fortgesetzt haben, weitergeführt wird, und dass man nicht vergisst, dass alles auf Freiwilligkeit beruht.“


Einsatzstatistik

In Franz Koglers Ära leisteten die Wehren im Abschnitt St. Peter mit ihren rund 1.500 Mitgliedern 13.636 Einsätze, davon:

776 Brände und

11.374 technische Einsätze in 148.920 Einsatzstunden.