Erstellt am 20. Januar 2016, 05:03

von Wolfgang Zarl

Feuerwehrtaucher: „Stehen vor extremen Herausforderungen“. Der Preinsbacher Friedrich Brandstetter ist Kommandant der niederösterreichischen Feuerwehrtaucher.

Kommandant der niederösterreichischen Feuerwehrtaucher: Friedrich Brandstetter. Foto: Zarl  |  NOEN, Wolfgang Zarl
Vermisste Personen, versunkene Bagger, vier gestohlene Tresore im Vorjahr, zuletzt mehrere gestohlene Kennzeichen und vor allem Einsätze aufgrund der gestiegenen Zahl der Frachter auf der Donau.

„Die Gründe für Alarmierungen der niederösterreichischen Feuerwehrtaucher sind vielfältig und meine Männer stehen dabei oft vor extremen Herausforderungen“, sagt der Amstettner Friedrich Brandstetter, der am Freitag in der Landesfeuerwehrzentrale in Tulln als ehrenamtlicher Sonderdienstkommandant des niederösterreichischen Feuerwehrtauchdienstes bestätigt wurde.

Ausbildung ist extrem herausfordernd

Gleichzeitig erhielt der 53-jährige Angestellte das hohe Silberne Verdienstzeichen des österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes, außerdem wurde er zum Abschnittsbrandinspektor (ABI) befördert.

Das Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Preinsbach ist seit 1982 bei den Feuerwehrtauchern. Seit 2002 leitet er die vier Gruppen, die sich nach den vier Landesvierteln gliedern – die Mostviertler Zentrale befindet sich in Purgstall.

Die Ausbildung der Taucher, für die Brandstetter auch verantwortlich ist, ist extrem herausfordernd. „Zwar melden sich nur physisch topfite Feuerwehrleute, dennoch sind vom jetzigen dreijährigen Ausbildungslehrgang mit 76 Teilnehmern nach zwei Jahren nur mehr zehn dabei“, sagt Brandstetter.

„Die Sache ist zeitraubend und gefährlich“

Elf Module gibt es zu absolvieren, besonders hart sind das Höhlen- und Eiswassertauchen sowie Tage, an denen bis zu neun Stunden unter Wasser trainiert wird. „Bei uns lernt man wirklich seine Grenzen kennen“, sag der Kommandant, der selber unter Wasser schon dreimal in Lebensgefahr war.

Eines betont Brandstetter daher besonders: „Ich möchte mich bei den Familien für die ‚Freigabe‘ der Taucher bedanken, denn die Sache ist zeitraubend und gefährlich.“ Natürlich stehe die Sicherheit im Vordergrund, ein Restrisiko bleibe aber immer.



Im Vorjahr wurden Brandstetters 67 aktive Kameraden zu 29 Einsätzen niederösterreichweit gerufen. Ersthelfer sind nach Alarmierungen meist rasch am Einsatzort, da sie geographisch gut über das ganze Bundesland verteilt sind.

Der größte Lohn für ihren Einsatz ist für die Männer, wenn sie Menschen aus Notlagen befreien können. „Eines meiner schönsten Erlebnisse war die Rettung eines Ruderers, der auf der Donau in Todesgefahr war“, berichtet Brandstetter.

650 Stunden brachte das Kommando des NÖ-Tauchdienstes im Vorjahr ehrenamtlich auf, ein Gutteil des Urlaubs ebenso: für Einsätze und die vielen anspruchsvollen Übungen und Schulungen. Brandstetter: „Ich muss mich zu 100 Prozent auf meine Leute verlassen können!“ Er kennt seine Männer daher bestens und spricht von großartiger Kameradschaft unter den niederösterreichischen Feuerwehrtauchern. „Wir tun alles als Dienst am Nächsten!“