Erstellt am 25. Januar 2016, 10:46

von Hermann Knapp

Gruber nimmt Abschied: „Viele Rosen für die Frau“. Der scheidende Feuerwehrkommandant Josef Gruber über schwierige Einsätze, tolle Kameradschaft, ein großartiges Jugendlager und notwendige Abbitte bei der Ehegattin.

Josef Gruber nahm seinen Abschied als FF-Kommandant. Foto: privat  |  NOEN, privat

Wenn Josef Gruber (55) auf die letzten 17 Jahre zurückblickt, dann erinnert er sich an schöne Augenblicke, wie die Segnung des neuen Feuerwehrhauses, aber auch an dramatische Einsätze.

Oft war es auch ein Wechselbad der Gefühle. „Etwa an jenem Tag, als Michaela Hinterholzer ihren 50. Geburtstag in unserem Feststadel feierte. Wir waren mitten in den Vorbereitungen, als plötzlich die Sirene heulte.“

Zwei Männer waren in einer Künette vom Erdreich begraben worden. Der eine war tot, den anderen konnten die Florians retten. Doch der Einsatz forderte ihnen alles ab. „Neben dem Toten zu arbeiten war belastend genug, zudem hat der andere Mann vor Schmerzen geschrien, bis wir ihn bergen konnten.“

Die Florianis riskierten dabei selbst ihre Gesundheit. Kaum war der Einsatz abgeschlossen, ging es zur Geburtstagsfeier, die bis in die frühen Morgenstunden dauerte. „Das war aber gar nicht schlecht, weil man da rasch ins normale Leben zurückgeholt wird“, sagt Gruber.

Auch im Jahr 2006 mussten die Florianis just vor einer Festivität in den Einsatz. „Wir bereiteten gerade die Segnung des neuen Feuerwehrhauses vor, als wir zu einem Unfall gerufen wurden. Die Beifahrerin hatte einen offenen Oberschenkelbruch. Ich habe durchs Beifahrerfenster ihre Hand gehalten und gesehen, wie der Fahrer neben ihr gestorben ist“, erinnert sich Gruber. Danach ging wie geplant die Segnung des Feuerwehrhauses über die Bühne.

Das Feuerwehrmann-Sein hat aber auch die andere, die schöne Seite. Noch heute denkt Gruber gerne an das Jugendfeuerwehrlager mit rund fünfeinhalbtausend Teilnehmern im Jahr 2008 zurück. „Wir hatten alles perfekt organisiert und das Gelände war optimal. Noch jetzt werde ich manchmal darauf angesprochen“, sagt Gruber. Gerne erinnert er sich auch an die stimmungsvollen Adventmärkte im Meierhof zurück, die er als Kommandant der Feuerwehr federführend organisierte. Bis zu 55 Aussteller kamen da oft und unzählige Besucher.

Hauptgrund, warum er als Kommandant aufhört, ist der Zeitaufwand. Sein Brotberuf bei den ÖBB fordert ihn und auch als geschäftsführender Gemeinderat hat Gruber viel zu tun. „Bei der Feuerwehr muss man natürlich auch viel Freizeit investieren. Alleine beim Feuerwehrhausbau haben wir 12.000 freiwillige Stunden geleistet, bei mir waren es rund 1.000. Da geht der Urlaub oft zur Gänze drauf und da musst du deiner Frau dann viele Rosen kaufen, um das gut zu machen“, schmunzelt er.

Die Verantwortung wird Gruber nicht fehlen – zum Glück gab es in all den Jahren bei den Öhlinger Florianis keinen Unfall –, abgehen wird ihm aber die gute Kameradschaft. „Ich habe sieben Wahlen durchlaufen und bin immer einstimmig gewählt worden. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man spürt, dass die Mannschaft hinter einem steht!“