Erstellt am 06. Januar 2016, 05:33

von Thomas Weikertschläger

„Ich bin über jede Wehr froh“. Bezirkskommandant Erich Dangl über Kommandantensuche und die soziale Bedeutung der Wehren.

Bezirksfeuerwehrkommandant Erich Dangl (rechts) und sein Stellvertreter Harald Hofbauer stellen sich - motiviert und mit viel Elan - ihrer Wiederwahl am 26. Februar. Sie sehen sich als Servicestelle für die 85 Feuerwehren des Bezirks Gmünd.  |  NOEN, privat

In den ersten Wochen des neuen Jahres wird es emsigen Betrieb bei sämtlichen 85 Feuerwehren des Bezirks geben: Überall wird das Kommando neu gewählt, die Wehren in Langschwarza und Brand haben dabei den Anfang gemacht. Das Bezirkskommando, die Abschnitts- und Unterabschnittskommandos werden dann am 26. Februar gewählt. Aus diesem Anlass sprach die NÖN mit Bezirksfeuerwehrkommandant Erich Dangl.

NÖN: Im Jänner 2016 wählen die Feuerwehren des Bezirks Gmünd ihre Kommandanten neu. Wird es schwer werden, für alle Wehren geeignete Kandidaten zu finden?

Erich Dangl: Keine Frage: Es wird immer schwieriger, überall Kommandanten und Stellvertreter zu finden. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir das hinbringen. Es gibt zwei, drei Wehren, wo es noch Fragezeichen gibt, da haben wir aber schon Gespräche geführt – es schaut gut aus. Auch bei den Abschnittskommandanten sind wir auf Schiene, die vier Kommandanten werden wieder antreten. Bei zwei Stellvertretern wird es Änderungen geben. Für diese Funktionen gibt es aber ausreichend Interesse und Bewerber.

Fände sich doch kein Kommandant für eine Wehr – was wäre die Folge?

Dangl: Die letzte Alternative wäre die Auflösung der Wehr. Es gibt aber die Lösung, die Wehr in einen „abgestellten Zug“ umzubilden. Dann bräuchte man nur einen Zugskommandanten, der Zug wäre dann einer anderen Feuerwehr unterstellt. Das wäre immer noch besser, als eine Feuerwehr zusperren zu müssen.

Was sind die aktuellen Probleme der Feuerwehren?

Dangl: Derzeit gibt es Probleme mit den Atemschutzuntersuchungen. Bisher war eine Untersuchung im Klinikum möglich, ab Jänner ist diese Möglichkeit wegen Ärztemangel aber ausgesetzt. Die Ergo- und Spirometrie-Untersuchung ist generell eine Momentaufnahme. Wir werden im Verband Überlegungen anstellen, wie wir das ändern könnten. Eine Möglichkeit ist, diese Untersuchung im Rahmen einer normalen Gesundenuntersuchung durchzuführen. Ein weiterer, zusätzlicher Leistungstest dazu ist noch erforderlich.

Wie ist es im Bezirk um die Jugendfeuerwehr bestellt?

Dangl: Wir haben 13 Gruppen mit 71 Mitgliedern. Leider ist der Abschnitt Litschau noch ein „weißer Fleck“, da ist es unser Ziel, eine Gruppe auf die Beine zu stellen. Denn wer die Jugend hat, hat die Zukunft. Viele Mitglieder der Jugendfeuerwehr wechseln dann in die aktive Mannschaft. Auch die Erfolge, die etwa die Gruppen aus Nondorf und Kirchberg beim Fire-Cup erreicht haben, sind Beweis, wie gut die Arbeit funktioniert, wenn es ambitionierte Gruppen gibt.

Sind die Feuerwehren des Bezirks Gmünd jederzeit einsatzbereit?

Dangl: In der Nacht und an den Wochenenden gibt es keine Probleme. Tagsüber sieht es leider anders aus. Da gibt es das Problem, dass unsere Mitglieder nicht immer von ihren Arbeitgebern freigestellt werden. Daher müssen wir die Alarmpläne entsprechend anpassen, damit auch untertags genug Einsatzkräfte vor Ort sind. Andererseits gibt es Betriebe wie Eaton oder die MKE, die bei diesem Thema vorbildhaft agieren.

Es wird immer wieder die Zusammenlegung kleiner Wehren zu größeren Verbänden diskutiert. Können Sie diesem Vorschlag etwas abgewinnen?

Dangl: Nein. Bei uns ist das auch kein Thema, denn es würde die Personalsorgen verstärken. Viele Mitglieder würden dann aufhören. Gerade bei Katastropheneinsätzen bin ich über jede Wehr froh. Sie sind gut ausgerüstet und in kurzer Zeit am Einsatzort. Außerdem haben die kleinen Wehren in ihren Orten auch eine wichtige soziale Funktion.

Sie haben vorhin den Verband angesprochen: Wie geht es für Sie persönlich nach der Wahl weiter?

Dangl: Ich bin gemeinsam mit meinem Stellvertreter Harald Hofbauer seit fünf Jahren im Amt. Ich glaube, wir haben gute Arbeit geleistet. Wir sehen uns als Servicestelle für unsere Wehren. Die wissen, dass sie sich jederzeit an uns wenden können. Wir sind beide weiterhin voller Motivation und Tatendrang. Ich werde mich auch wieder um die Aufgabe des „Viertelsvertreters“ im Landesfeuerwehrrat bewerben. Die Wahl dazu erfolgt am 18. März in St. Pölten.



FF im Bezirk

Aktuelle Zahlen (Stand 26. Dezember 2015)
Feuerwehren:
Abschnitt Gmünd   16
Abschnitt Schrems   17
Abschnitt Weitra   28
Abschnitt Litschau   24

Summe   85

Mitglieder:
Aktive   3.160
Reservisten   717
FF-Jugend (13 Gruppen)   71

Summe   3.948
davon Frauen   221

Einsätze 2015:
Technische Einsätze   1.051
Brandeinsätze   173
Brandsicherheitswachen   482
Fehlausrückungen   61

Summe   1.767

Eingesetzte Mitglieder   8.932
Einsatzstunden   25.680