Erstellt am 09. Februar 2016, 10:32

von Gerald Burggraf

Nach 40 Jahren ist für Smetana Schluss. Der Wienerherberger Franz Smetana war zudem die letzten zehn Jahre Kommandant des Feuerwehrabschnittes Schwechat-Land.

Laut Franz Smetana freut sich seine Gattin Stefanie am meisten über die Feuerwehr-Pension. »Meine Familie musste schon oft auf mich verzichten«, weiß er.  |  NOEN, Foto: privat

Im August feiert Franz Smetana seinen 65er. Ab diesem Zeitpunkt muss er sämtliche Funktionen im Feuerwehrwesen zurücklegen. Aus diesem Grund tritt der Wienerherberger, der 40 Jahre lang Funktionär bei der freiwilligen Blaulichtorganisation war, auch bei den Wahlen am 1. März nicht mehr an. Dort werden in mehreren Wahlgängen zuerst der Bezirkskommandant, dann dessen Stellvertreter und schließlich die Abschnittskommandanten gewählt. Die NÖN bat Smetana zum großen Abschieds-Interview.

NÖN: Ziehen Sie sich schweren Mutes zurück oder ist es nach 40 Jahren doch auch an der Zeit?
Franz Smetana: Die Gefühle sind so 50:50. Ich weine nicht drum, aber Wehmut ist natürlich dabei. In einem gewissen Alter ist man auch froh, wenn es ruhiger wird. Die Funktion als Abschnittsfeuerwehrkommandant ist schon zeitraubend, vor allem am Abend. Es ist an der Zeit, es in jüngere Hände zu geben.

Wie steht es um Ihre Nachfolge?
Smetana: Fix ist noch nichts. So wie es derzeit aussieht, wird mein bisheriger Stellvertreter Michael Berger (Kommandant in Himberg, Anm.) bleiben. Ich möchte aber auch niemanden vorschlagen, jeder muss einen eigenen Weg gehen. Eines ist aber sicher: Es wird ein Top-Mann sein.

Was kann man sich unter der Funktion Abschnittsfeuerwehrkommandant vorstellen?
Smetana: Er hat die Dienstaufsicht über die Feuerwehren. Zudem berät er Behörden oder Gemeinden, zum Beispiel bei Firmenansiedlungen. Da hatten wir mit Spar in Ebergassing erst eine große Herausforderung. Es gibt aber genaue Einsatzpläne, wo teilweise auch gleich mehrere Wehren alarmiert werden. Man ist ein verbindendes Glied zwischen Behörde, Gemeinden, Firmen und den Feuerwehren.

Auf welche Errungenschaften in den vergangenen zehn Jahren sind Sie besonders stolz?
Smetana: Die größte Aktion war die Anschaffung einer neuen Drehleiter durch alle zwölf Gemeinden des Abschnittes, die in Ebergassing stationiert ist (die NÖN berichtete). Wir sprechen hier von Anschaffungskosten von einer halben Million Euro, für eine Gemeinde allein nicht zu stemmen. Das war ein Meilenstein. Oder der Ankauf einer Untersuchungsanlage für die Atemschutztrupps. Mittels Ergometrie wird der Fitnesszustand überprüft. Alle fünf Jahre absolvieren die Kameraden unter ärztlicher Aufsicht diesen Test. Hier muss auch den Ärzten, allen voran Franz Hoheneder, ein Dank ausgesprochen werden.

Sehen Sie den Abschnitt für die Zukunft gut aufgestellt?
Smetana: Die Feuerwehren werden größer. Erst im vergangenen Jahr haben wir 25 neue Mitglieder aus der Jugend hochgezogen. Das Interesse ist weiter groß, auch immer mehr Mädchen treten bei. Die Feuerwehren machen dafür ja auch viel, etwa in Kindergärten, Schulen oder mit ihren Festen. Einzig die Tagesbereitschaft in den Orten wird immer mehr zum Problem. Viele arbeiten nicht mehr im eigenen Ort. Allerdings fürchte ich, dass es hier keine schnelle Lösung geben wird.

Zur Person

•Alter: 64 (wird im August 65)
• Wohnort: Wienerherberg
• Familienstand: verheiratet mit Stefanie (seit 44 Jahren), eine Tochter, zwei Enkel
• Beruf: Pensionist, gelernter Landmaschinenbauer
• Feuerwehrlaufbahn:
seit 1967 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Wienerherberg
1974 bis 2006 Kommandant in Wienerherberg (mit nur 24 Jahren);
2001 bis 2006 stellvertretender Abschnittsfeuerwehrkommandant,
seit 2006 Abschnittsfeuerwehrkommandant