Erstellt am 18. Januar 2016, 11:33

von Hans Kopitz

Rudi Singer tritt ab: "Platz für Jüngere". Herzogenburgs Feuerwehrkommandant zieht sich in die zweite Reihe zurück. In seiner Ära absolvierte er rund 500 Einsätze.

Nach 15 Jahren Feuerwehrkommandant tritt Rudi Singer in die zweite Reihe zurück.  |  NOEN, Foto: Hans Kopitz

Am kommenden Donnerstag geht bei der Mitgliederversammlung der Stadtfeuerwehr eine Ära zu Ende: Kommandant Rudi Singer steht bei der Neuwahl nicht mehr zur Verfügung. „Nach so langer Zeit im Kommando ist es an der Zeit, Platz für Jüngere zu machen. Der Feuereifer an der Sache schwindet, es macht nicht mehr die Freude, die es braucht, um diese verantwortungsvolle Funktion mit dem Ehrgeiz auszuführen, den es dazu braucht“, so Singer.

Seine Tätigkeit als Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Herzogenburg-Kapelln nimmt immer mehr Zeit in Anspruch, da die Herausforderungen und Verantwortungen immer umfangreicher werden. „Aber ich bleibe der Feuerwehr natürlich treu und helfe, wo ich gebraucht werde - aber eben nicht mehr ,ganz vorne‘ und ohne die Last der Verantwortung.“

Singer, der 1983 der Freiwilligen Feuerwehr Herzogenburg-Stadt beigetreten ist, wurde drei Jahre später Gehilfe des Leiters des Verwaltungsdienstes, 1991 unter Herbert Pickl Kommandant-Stellvertreter und Unterabschnittskommandant und zehn Jahre später zum Kommandanten gewählt. Er blickt auf eine lange, erfolgreiche Karriere zurück, mit vielen Höhen, aber auch mit einigen Tiefen - wie es im Leben eines Feuerwehrmannes, der mit Herz und Seele dabei ist, nun einmal ist.

Zu den vielen Highlights zählt Singer die Homepage www.ff-herzogenburg.at , die 2001 online ging, das Seminar „Brandschutz in historischen Gebäuden“, das 2003 den Beginn des umfassenden „Vorbeugenden Brandschutzes“ im Stift einläutete und den Bezirksfeuerwehrtag im Festsaal des Stiftes ein Jahr danach. 2005 wurde ein neues Mannschaftstransportfahrzeug angeschafft. Familie Lang ist für die Arbeit in der Feuerwehrjugend bei den NÖKISS die „Weiße Feder von Herzogenburg“ verliehen worden. 2006 wurde Singer als Kommandant wiedergewählt und bekam neben Ferry Fessl als zweiten Stellvertreter Ralf Haselsteiner.

2007 gab es erste Gespräche wegen eines gemeinsamen Feuerwehrhauses mit den Oberndorfer Florianis und ein Jahr später eine Großübung im Stift. 2010 wurde eine Wärmebildkamera gekauft, 2011 auf Digitalfunk umgestellt. In diesem Jahr ist Singer auch als Kommandant wiedergewählt worden.

Eine Herausforderung, die positiv ausgegangen ist, war 2013 die Großübung im neuerbauten Pensionistenheim am Schillerring, wo alles perfekt geklappt hat - und auch die Öffnung des S-33-Anschlusses zählt Singer zu den positiven Erlebnissen.

Hochwasser, Schnee, Brände und Unfälle

„Auch die Abstimmung über ein neues Feuerwehrhaus sehe ich als Highlight - nicht weil es negativ ausgegangen ist, sondern dass es überhaupt soweit gekommen ist“, so Singer, der in seiner Ära als Kommandant bei rund 500 Einsätzen, meist als Einsatzleiter, dabei war. Hier bleiben ihm besonders das Hochwasser im Kamp- und Traisental im August 2002, die Schneeeinsätze im Bezirk Lilienfeld im Februar 2006 und 2009 im Pielachtal, mehrere Großbrände bei Georg Fischer, in der Kittelmühle und in der Glanzstoff St. Pölten sowie die zahlreichen Unfälle auf der S 33 mit vielen Toten in Erinnerung.

„Negatives gab es ansonsten eigentlich sehr wenig“, so Singer, der 2005 den schweren Unfall seines Stellvertreters Ferry Fessl bei einem Einsatz in Traismauer, Kinderpornos am Feuerwehr-PC, die erst- und einmalige Nachverhandlungen beim Budget mit der Stadtgemeinde im Jahre 2010 sowie die Jahre 2011, als es nach 30 Jahren Feuerwehrjugend kein Jugendmitglied gab, und 2013, als es kein Feuerwehrfest gab, dazuzählt.