Erstellt am 20. Januar 2016, 05:33

von Thomas Peischl

Wahl blieb ergebnislos. Zeitaufwand wird zu groß für Freiwillige. Kein Nachfolger für Kommandant Ernst Ambrozy gefunden. FF und Stadtgemeinde suchen jetzt gemeinsam nach Lösung.

Kommandant Ernst Ambrozy (r.), Stellvertreter Gerhard Müller (2.R. l.), Verwalter Hans Payer (vorne, 2.v.l.) behalten interimistisch ihre Funktionen. Vizebürgermeister Harald Schinnerl sagte die Unterstützung der Stadtgemeinde zu, es gelte »die Hauptlast auf mehr Schultern zu verteilen, als es bisher waren«.  |  NOEN, Peischl

Ein deutliches Zeichen setzte die Stadtfeuerwehr bei ihrer Mitgliederversammlung:Die Neuwahl des Kommandos verlief ergebnislos. Dabei hätte es sogar Vorschläge für die Nachfolge von Ernst Ambrozy gegeben. Gut 80 Prozent lauteten auf den bisherigen Stellvertreter Gerhard Müller. Der ist zwar Feuerwehrmann mit Leib und Seele, aber Kommandant? Das gehe sich in einer derart großen Freiwilligen Feuerwehr wie Tulln derzeit zeitmäßig beim besten Willen nicht aus.

Verständnis dafür zeigt auch Bezirksfeuerwehrkommandant Herbert Obermaißer: „Ein derartiges Zeichen wird nicht leichtfertig gesetzt, die Stadtfeuerwehr hat das sicher gut überlegt.“ Es gehe ja nicht nur um Einsätze (siehe Infobox), auch Schulungen, Erhaltung und Administration fordern einen Kommandanten. Jetzt sei die Politik gefordert, zu überlegen wie das bei einer großen Wehr wie Tulln in Zukunft zu handhaben sei.

Struktur muss überdacht werden

„Es sind schwierige Tage für Tulln, aber wir müssen da durch und ich bin überzeugt, dass wir eine Lösung für dieses personelle Problem finden werden“, betont Vizebürgermeister Harald Schinnerl. Die Stadtfeuerwehr sei hochprofessionell aufgestellt. „Insgesamt wurden 12.323 Stunden unentgeltlich und selbstlos für die Bevölkerung erbracht. Dafür meine höchste Wertschätzung, Dankeschön!“, so Schinnerl.

Bevor die personelle Führungsfrage geklärt wird, gelte es jetzt die Struktur zu überdenken: „Ich verstehe, wenn es einem zu viel wird. Vielleicht gilt es jetzt, die Hauptlast auf mehr Schultern zu verteilen, als es bisher waren.“


FF Tulln

Einsatzstatistik:

2015 rückte die Stadtfeuerwehr Tulln zu 79 Brandeinsätzen, 254 technischen Einsätzen und zu 84 Brandsicherheitswachen, insgesamt 417 Einsätzen, aus. 40 Personen und 19 Tiere konnten durch Intervention der Stadtfeuerwehr aus einer Notlage und zum Teil aus lebensbedrohlichen Situationen gerettet werden.

Ernennungen/Beförderungen:

zum Ehrenhauptlöschmeister: Michael Bretträger, zum Feuerwehrmann: Alexander Lamers, zum Oberfeuerwehrmann: Roman Markhart und Patrick Poddany;

zum Hauptfeuerwehrmann: Johannes Böck; zum Löschmeister: Christoph Biack und Thomas
Cerveny

Angelobungen:

Sandra Kaspar, Sebastian Riemer und Benjamin Rosenstingl

Auszeichnungen:

durch die Stadtgemeinde Tulln:

10 Jahre Bronze: Markus Drapela-Mayer, Christopher Eggenberger-Böhm, Werner Durst und Bernhard Steyrer;

20 Jahre Silber: Martin Wimmer und Andreas Eisler;

30 Jahre Gold: Günter Haug.

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