Erstellt am 10. Februar 2016, 13:49

Uniformmischung im Stift Heiligenkreuz. Weiß-Schwarz ist das Habit der Zisterzienser Mönche im Stift Heilgenkreuz im Wienerwald, das Grüne der Uniform der Militärgymnasiasten fiel zwei Tage auf, als sie dort das Jugendprogramm absolvierten.

 |  NOEN, MilRG
„Jedenfalls gefällt es den jungen Leuten gut, sie sind ein bisschen überrascht, dass man im Kloster nicht nur beten, sondern auch Fußballspielen und im Kraftraum trainieren kann. Sogar mit Mönchen. Alle sind uns herzlich willkommen. Die Jugend braucht nämlich dringend Gott.“ Heißt es auf der Homepage des Stiftes.
 
Zur Umsetzung des Lehrplanes in katholischer Religion „spirituelle Traditionen kennen lernen“ aber noch mehr „Sich der Vielfalt von Lebensentwürfen als Herausforderung für die persönliche Lebensgestaltung bewusst werden und dabei Zugänge zu Ehe und Weihe als Sakramente der Kirche finden“ entschied sich Prof. Dr. Marianna Komáromi für einen ganzen Klostertag mit Führung, Begegnung mit Mönchen, Teilnahme am Chorgebet für die 7. Klassen.

Das Stift Heiligenkreuz ist ein lebendiges Kloster, das fast 900 Jahre besteht, wo die älteste Herrschergeneration unseres Landes, die Babenberger, ihre Grabstätte haben, wo man die christliche Tradition des Mönchtums erleben kann, wo die Mönche täglich ab 5.15 Uhr im Rhythmus von „Ora et labora“ – „Bete und arbeite!“ Gott loben und preisen.

Die Militärgymnasiasten übernachteten in der Jugendherberge mit 16 Betten. Dazu ist Schlafsack erforderlich. Frater Franziskus und Frater Isaac Maria kümmerten sich um die Schüler. Die mutigsten nahmen bereits um 05.15 am Chorgebet teil, die anderen kamen um 06.00 und der Rest erschien dann zur Messe um 06.25. Die Mönche beten in Latein, die Sprache der Römer zur Zeit Jesu, und die Melodien des gregorianischen Chorals sind schon bis zu 1600 Jahre alt. „Gott sei Dank hatten wir die Übersetzung!“ meint Christian.

Mit ihrer Religionsprofessorin erarbeiteten sie viele Fragen zum Klosterleben, „War recht interessant“ fand Alex aus der 7a, das Beeindruckendste war, der Grund, warum sich die Fratres im Stift gemeldet hatten, einfach, weil es Gott von ihnen will und sie sind getragen durch die Worte des Paslams 4,8 Du legst mir größere Freude ins Herz, / als andere haben bei Korn und Wein in Fülle.

Am Abend wurde noch ein sehr beeindruckender Film angeschaut: „Karol – Ein Mann, der Papst wurde“, er erzählt von den frühen Jahren im Leben des späteren Papstes Johannes Paul II. Die Handlung setzt 1939 ein, als die deutsche Wehrmacht Polen überfällt, und erzählt von Karols Studien, seiner Weihe zum Priester und seinen Jahren als Erzbischof von Krakau. Auch werden erste Konflikte mit dem Kommunismus beschrieben. Die Handlung schließt mit seiner Wahl zum Papst 1978.

Am nächsten Tag nach den Gebeten und der Messe wurde Fußball gespielt oder in der Kraftkammer trainiert, bevor eine vertiefende Führung des Stiftes begann. Ein Gruppenfoto war auch noch notwendig für die Homepage und die facebook-Seite des Stiftes. Dabei wurden die Militärgymnasiasten vom Abt von Heiligenkreuz, Prälat Dr. Maximilian Heim, einzeln begrüßt. Frater Franziskus zeigte das Kloster nicht bloß als architektonisches und kunstgeschichtliches Juwel, sondern ließ auch die „Mystik“ des Ortes erfahren und schilderte das Leben der Mönche in Geschichte und Gegenwart.

Dann läutete die Glocke zum Mittaggebet, woran die Gymnasiasten mit Freude teilnahmen, aber leider auch zur Rückkehr nach Wiener Neustadt.