Erstellt am 26. Mai 2016, 04:34

von Leo Lugmayr

Forstfachschule: Ausbildung zweijährig. Am Mittwoch gab der Ministerrat grünes Licht für die zweijährige, bedarfsorientierte Ausbildung für die Forstwarte.

Direktor Klaus Schachenhofer war als Projektkoordinator für den Entwicklungsprozess verantwortlich.  |  NOEN, Leo Lugmayr

Mit dem am Mittwoch vom Ministerrat verabschiedeten Bildungspaket wurde die gesetzliche Grundlage für eine zweijährige, bedarfsorientierte Ausbildung für die Forstwarte an der Forstfachschule Waidhofen geschaffen.

Die Internationalisierung in der Forstwirtschaft, die steigende Nachfrage nach dem Rohstoff Holz und die weitere Mechanisierung der Holzernte stellen laufend neue Anforderungen an den Beruf des Forstwartes dar, heißt es im Ministerratsbeschluss. Weiters stellen Personalkürzungen in den Betrieben und die zunehmenden Interessen der Öffentlichkeit am Wald zunehmend hohe Anforderungen an die Forstwarte.

Bereits 2002 wurden die Kompetenzen des Forstwartes deutlich aufgewertet. Dieser kann laut Forstgesetz als Forstorgan kleinere und mittlere Forstbetriebe bis zu 1.000 Hektar Waldfläche forstlich und jagdlich führen. Eine zusätzliche Herausforderung stellen die unterschiedlichen Interessen der Öffentlichkeit am Wald dar.
Forstwarte müssen sich diesen vielseitigen Aufgaben als kompetente „Manager des ländlichen Raumes“ stellen können. Mit der nun vorliegenden gesetzlichen Grundlage wird die Ausbildung für die Forstwarte an die neuen Berufsanforderungen angepasst und zukünftig als zweijähriger statt einjähriger Lehrgang geführt.

Zweijährige Ausbildung und mehr Praxisbezug

Damit entspricht man den Anforderungen in der Forstwirtschaft. Stärker als bisher erfolgt eine praxisbezogene Vertiefung der theoretischen Kenntnisse. Im ersten Ausbildungsjahr liegt der Schwerpunkt auf forstlichen und jagdlichen Grundlagen, im zweiten Jahr auf wirtschaftlichen Aspekten.

Der „neue“ Forstwart soll ein universell einsetzbarer Praktiker beim Management der Betriebe sein. „Bundesminister Rupprechter hat sich mit diesem Projekt an der österreichischen Waldstrategie orientiert und gezeigt, dass zukunftsweisende Reformen angegangen werden können“, begrüßt Felix Montecuccoli, Präsident der Land- und Forstbetriebe Österreich.

„Die neue Ausbildung startet ab dem Schuljahr 2017/18 noch in Waidhofen“, sagt Schulleiter Klaus Schachenhofer, der als Projektkoordinator von „Forstfachschule neu“ von Anfang an für diesen Entwicklungsprozess verantwortlich war. In den nächsten Jahren wird die Schule nach Traunkirchen (OÖ) verlegt und dort mit der in Gmunden angesiedelten Forstlichen Ausbildungsstätte Ort zusammengeführt. Das geplante „Forstliche Bildungszentrum“ ist europaweit einzigartig und soll Synergien zwischen Bildung und Forschung nutzen.

„Ministerium, Forstbranche und Berufsjägerverbände haben sich in die Prozessentwicklung sehr konstruktiv eingebracht“, sagt Schachenhofer „Künftig werden wir jene Forstwarte und Berufsjägeranwärter ausbilden die die Praxis braucht und zu recht auch fordert!“