Erstellt am 12. Februar 2016, 05:18

von René Denk

1.000 Gäste jährlich. Rund 100 Menschen unterstützen den Verein in Form einer Mitgliedschaft. Weiters gibt es über 25 Patenschaften.

Betreuen die Waldrappe in der Waidhofner Voliere: Andreas Schmalzbauer, Obmann Werner Neubauer und Rosa Macho.  |  NOEN, René Denk

Bereits 50 Waldrappe werden in der knapp 900 Quadratmeter großen Voliere beim Arbeiterkammerparkplatz von Mitarbeitern mit Behinderung der Caritas Werkstätte betreut. In Waidhofen befindet sich damit die größte Waldrapp-Voliere Europas. Rund 20 Jungvögel kommen pro Jahr zur Welt. Ein Waldrapp kann bis zu 35 Jahre alt werden. Die ersten Vögel der Waidhofner Voliere sind im August 2003 geschlüpft.

Der vom Aussterben bedrohte Waldrapp hat mittlerweile auch verlernt, den für einen Zugvogel typischen Flug in den Süden anzutreten. Regelmäßig nehmen Jungvögel der Waidhofner Voliere an Zugvogel-Projekten teil, die auf eine Insel im Westen Italiens führen.

Hauptproblem der Auswilderung

Das Hauptproblem bei der Auswilderung ist, dass der junge Waldrapp die Flugroute im ersten Jahr von den Eltern erlernen muss. Von Menschen aufgezogene Jungvögel kennen die Flugroute nicht. Sie würden zwar im August von ihren Wohnplätzen abfliegen, aber sie würden weder gemeinsam noch in die gleiche Richtung fliegen. Beim Zugvogel-Projekt fliegen dabei ihre menschlichen Zieheltern bzw. ihre Betreuungspersonen mit einem Leichtflugzeug oder Fluggerät voraus, um ihnen den Weg zu zeigen.

„In Waidhofen gibt es drei Blutlinien von Waldrappen“, erklärt Werner Neubauer, Obmann des Waldrapp-Vereins. Die Tiere kommen von den Tiergärten Schönbrunn, Zürich und Halle an der Saale.

Mittlerweile besuchen knapp 1.000 Menschen im Jahr die Voliere. Man ist auch im Führer zur NÖ-Card angeführt, daher hat die Voliere von 1. Mai bis Ende September fixe Öffnungszeiten. Gegen Voranmeldung unter der Telefonnummer 0664/9493929 kann man die Waldrappe auch außerhalb der Öffnungszeiten gerne besuchen.

Menschen kommen wegen Waldrapp

„Die Menschen kommen gezielt wegen dem Waldrapp nach Waidhofen. Sie haben hier die Möglichkeit, die Vögel von Hand zu füttern und mit ihnen direkt in Kontakt zu treten. „Wir bekommen viele positive Rückmeldungen und tolle Fotos geschickt“, erzählt Neubauer.

Vor allem Caritas-Mitarbeiterin Rosa Macho ist jeden Wochentag bei den Vögeln und betreut sie. Bei der Fütterung, der Reinigung und Betreuung des Geländes wird sie auch oft von Caritas-Mitarbeiter Andreas Schmalzbauer unterstützt. Rund 100 Menschen unterstützen derzeit den Verein Waldrapp in Form einer Mitgliedschaft von zehn Euro pro Jahr. Weiters wurden über 25 Patenschaften vergeben. Auch die Stadtgemeinde engagiert sich, dass die Erhaltung der Voliere und der Vögel garantiert ist.

Einen Tag des Waldrapps wird es am 14. Juli um 14 Uhr geben. Es finden ein Empfang und Führungen statt.