Vitis

Erstellt am 05. August 2016, 09:03

von NÖN Redaktion

Von Schottland nach Vitis . Johann Wurz fuhr mit Rad von Nordspitze Schottlands in seinen Heimatort.

Johann Wurz beim Start seiner Tour beim Leuchtturm in Dunnet Head.  |  NÖN, privat

Ein besonders ehrgeiziges Ziel hatte sich Johann Wurz aus Vitis für heuer gesteckt: mit dem Fahrrad von der Nordspitze des schottischen Festlands bis Vitis zu radeln. Insgesamt radelte Wurz rund 3.600 Kilometer!

Am 9. Juni ging die Reise los. Wurz flog mit seinem teilweise zerlegten und in einer Flugtasche verpacketen Rad und rund 30 kg Gepäck nach Edinburgh, wo er als erste Hürde die rund 50 kg Gesamtgepäck vom Flughafen in die Stadt und dann von der Busstation zum Hotel bringen musste. Am nächsten Tag ging es mit dem Zug in einer siebenstündigen Fahrt nach Thurso in Nord-Schottland.

Am dritten Tag ging es erstmals mit dem Rad weiter nach Dunnet Head zum Leuchtturm an der nördlichsten Spitze des schottischen Festlands zum eigentlichen Startpunkt für die Reise. Dann ging die Route an der Küste entlang nach Westen in die Highlands bis zum Loch Ness bei Inverness. Dann ging es entlang des Loch Ness weiter nach Fort William und schließlich durch einen wunderschönen Nationalpark nach Stirling. In dieser Gegend regnete es zwei Tage, doch Wurz fuhr weiter mit dem Rad.

In Glasgow hielt sich der Vitiser nicht lange auf, auf dem weiteren Weg nach Süden kam er auch nach Lockerbie, wo einst durch einen Terroranschlag ein Flugzeug gesprengt worden war.

Nächstes Ziel war Hadrian’s Wall, eine römische Befestigungsanlage, die fast 120 km lang ist. Wurz fuhr entlang des Walls von Carlisle bis Middlesborough und dann wieder Richtung Süden auf dem Nordseeküstenradweg. Dann schwenkte er nach Cambridge und Luton ein, seinem Ausgangspunkt für die Besichtigung von London mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Nächstes Ziel war Stonehenge, was den Vitiser ebenfalls sehr beeindruckte.

Brexit in England und Fußball-EM in Paris

Dann ging es weiter nach Poole und mit der Fähre nach Cherbourg in der Normandie. „In Großbritannien war während meiner Fahrt die Abstimmung über den Verbleib oder Austritt aus der EU. Es waren viele Schilder zu sehen und nach der Entscheidung sprach ich mit etlichen Leuten über die Situation. Es war sehr interessant, das in Großbritannien zu verfolgen“, schildert Wurz.

In der Normandie besuchte Johann Wurz auch zwei Soldatenfriedhöfe aus dem Zweiten Weltkrieg, als die Alliierten 1944 in der Normandie landeten, auf denen drei Vitiser begraben sind. Er fand die Gräber von Alfred Silberbauer, Alois Jony und Heinrich Magenschab und zündete dort eine Kerze an. Dann ging es weiter entlang der Küste und dann ins Landesinnere nach Versailles und St. Germain nach Paris.

„Es war schwierig, in die Stadt hineinzukommen, weil Autobahnen den Weg versperrten“, berichtet Wurz. Am Tag nach seiner Ankunft in Paris fand das Endspiel der Fußball-Europameisterschaft statt, dass sich Wurz allerdings wegen des Trubels nicht wie vorgesehen in der Fan-Zone, sondern im Hotel ansah.

Von Paris ging es weiter durch die Champagne nach Nancy, dann durch die Vogesen über den Elsass nach Deutschland, wo er in Stuttgart den Vitiser Günther Frank traf, der ihn die letzte Woche bis Vitis begleitete. Dort wurden die Radfahrer am 23. Juli von Bürgermeisterin Anette Töpfl empfangen.