Erstellt am 11. November 2015, 05:28

von René Denk

Abgang höchstens 7.000 €. Reinhold Schulz und Thomas Fitz halten nichts von einer verkleinerten Kunsteislaufbahn im EKZ. Sie bezeichnen kleinere Fläche als "kurzfristige Kinderbelustigung".

Thomas Fitz und Reinhold Schulz wollen weiter einen »großen« Kunsteislaufplatz auf dem Tennisplatz im Freizeitzentrum .  |  NOEN, René Denk

„Doch, es gibt eine wirtschaftlich vertretbare Lösung für den Eislaufplatz, ohne ihn zu verkleinern“, widersprechen der ehemalige ÖVP-Sportstadtrat Reinhold Schulz und Eishockeyvereinsobmann Thomas Fitz dem ÖVP-Sportstadtrat Eduard Hieß.

Hieß hatte gemeint, dass nur ein verkleinerter Platz in Kooperation mit EKZ-Betreiber Reinhold Frasl möglich wäre. Alles andere sei von der Kostenseite nicht tragbar.

Schulz, Fitz und der gebürtige Waidhofner Karl Welser beschäftigen sich schon lange mit einem finanzierbaren Projekt. Viele Plätze wurden genauer angesehen, auch das in aller Munde befindliche „Green Ice“ wurde in die Überlegungen miteinbezogen. Kurz vor der Wahl konnten sie dann schon einmal ein tragfähiges Konzept dem Gemeinderat präsentieren.

Sie hatten dieses erstellt, weil der ehemalige Vizebürgermeister Thomas Lebersorger Ende 2013 gemeint hatte: „Ich will ein schlüssiges und nachvollziehbares Konzept mit Zahlen, die zeigen, wie man den Betrieb mit weitaus geringerem Abgang betreiben kann.“ Als Fundament bekamen sie von ihm die genauen Zahlen des damaligen Eislaufplatz-Betriebs. Damals hatte die Waidhofner Kunsteisbahn 57.000 Euro Verlust in der Saison 2012 gemacht.

Notwendige Infrastruktur auf Tennisplatz vorhanden

Vor der Wahl blitzten die Verfechter des Eislaufplatzes jedoch mit ihrem Konzept ab. „Als Unternehmer weiß ich, was die Kunsteislaufbahn an laufenden Kosten verursachen darf. 57.000 Euro sind da zuviel“, versteht Schulz das Vorgehen der Stadt. Mit dem neuen Konzept, wäre das aber Vergangenheit.

Schulz, Fitz und Welser wollen die Anlage weiter auf dem Tennisplatz betreiben, weil dort die Infrastruktur, wie Flutlicht oder Kabinen gegeben sind. Dazu wollen sie eine neue Kältemaschine ankaufen, die der Stadtgemeinde maximal 80.000 Euro, wahrscheinlich seien aber eher 60.000 Euro, kosten würde. Das wäre dann fast genauso so viel, wie der Abgang pro Jahr. Durch die stromsparende Technik der Maschine und einem vernünftigen Management sowie Freiwilligen für den Kassadienst würde die Stadtgemeinde einen Abgang von nicht mehr als 7.000 Euro pro Jahr verzeichnen. „Das muss der Stadtgemeinde eine 60 mal 30 Meter Kunsteisbahn schon wert sein“, hebt Schulz die „realistischen Zahlen“ hervor.

Fitz betont außerdem, dass der geplante Platz beim EKZ-Areal niemals die Größe von 1.800 Quadratmetern hätte, sondern eher 800 m. Durch eine Kunsteisbahn könne man auch im Winter eine Sportstätte im Freien bieten. „Um noch von Sportstätte zu sprechen, brauchen Eisläufer, Eisstockschützen und Eishockeyspieler zumindest 1.800 m. Eine kleinere Fläche ist vielleicht zur kurzfristigen Kinderbelustigung sinnvoll, aber mit sinnvollem Sport hat das schon sehr wenig zu tun“, betont Fitz.

„Um noch von Sportstätte zu sprechen,
brauchen Eisläufer, Eisstockschützen
und Eishockeyspieler zumindest 1.800 m²!“
Thomas Fitz, Obman des UEHC Waidhofen

Schulz und Fitz wollen nochmals an den neuen Gemeinderat appellieren, über eine ernsthafte und sinnvolle Lösung zur Zukunft eines Waidhofner Eislaufplatzes nachzudenken und würden gerne nochmals ihren Ansatz präsentieren.

„Wir arbeiten gerade an einer zweiten Variante mit EKZ-Betreiber Reinhold Frasl, der angeboten hat, die Betriebskosten zu 50 Prozent zu übernehmen. Dort würde es dann auch keinen Eintritt geben. Wenn diese fertig ist, dann können wir beide Konzepte auf den Tisch legen und der Gemeinderat kann sich für eine Variante entscheiden. Wenn das zweite Konzept fertig ist, werden Schulz und Fitz auch gerne nochmals eingeladen , ihr Konzept dem Gemeinderat zu präsentieren“, meint Bürgermeister Robert Altschach im NÖN-Gespräch. Die Fläche beim EKZ hätte allerdings nur knappe 800 Quadratmeter (40×19 Meter).