Erstellt am 12. Februar 2016, 14:11

von Redaktion Gmünd und APA Red

Acht Nicht genügend in einer Volksschulklasse. Volksanwalt Peter Fichtenbauer schlägt Alarm: Ausgerechnet in seinem Heimatort Groß Siegharts im Bezirk Waidhofen an der Thaya sind im Schuljahr 2014/2015 in der dritten Klasse Volksschule durchgefallen.

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Aus Fichtenbauers Sicht ist daher die pädagogische Befähigung der Lehrerin zu bezweifeln und der Verdacht eines Missstandes in der Schulverwaltung gegeben. Fichtenbauer leitet daher ein amtswegiges Prüfverfahren ein.

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Der zuständige Pflichtschulinspektor Franz Weinberger stellte klar, dass es sich seines Wissens nach nicht um neun, sondern um acht Kinder gehandelt habe.

Es sei eine „außerordentlich lernschwache Klasse vom Schuleintritt weg“ gewesen. Eine mögliche „Umstufung“, die in den ersten beiden Jahren möglich sei, hätten die Eltern trotz Empfehlung abgelehnt.

In der dritten Klasse habe es dann im Halbjahr acht Schüler mit „Nicht genügend“ gegeben, daraufhin hätten vier Eltern eine freiwillige Wiederholung beantragt.

Volksanwaltschaft: Klasse sollte "aufgefüllt" werden

Es dränge sich der Verdacht auf, dass die Lehrerin, die Direktorin und der Landesschulinspektor auf dem Rücken der Kinder "Organisationspolitik betrieben" hätten, so die Volksanwaltschaft in einer Aussendung zum Thema am Freitag. Im Prüfverfahren betreffend die "sitzen gebliebenen" Schüler hätten sich viele Beteiligte zu Wort gemeldet.

Laut Informationen der Volksanwaltschaft handelte es sich bei der betroffenen 3. Klasse nicht um eine leistungsschwache, "wie vom Pflichtschulinspektor bezeichnet". Vielmehr lägen Informationen vor, "dass die nächstfolgende 3. Klasse (damals noch 2. Klasse) nur aus elf Schülern bestanden hätte, weshalb man in der Schule bestrebt gewesen sei, die nächste Klasse 'aufzufüllen'", betonte Volksanwalt Peter Fichtenbauer.

Er werde daher "neben der pädagogischen Qualität auch diesen neu aufgetauchten Aspekt durchleuchten". Das Ergebnis des Prüfverfahrens bleibe nun abzuwarten.