Erstellt am 25. Mai 2016, 06:14

von Redaktion Gmünd

Vertrag mit Brodar endet. Gilbert Brodar nimmt Jobangebot als Maschinenbauingenieur an, nun wird ein Nachfolger gesucht. Asylsuchende wollen bei Vorbereitung von Veranstaltungen mithelfen.

Asylkoordinator Gilbert Brodar lässt seinen Vertrag mit Ende Juni auslaufen. Die Stadtgemeinde sucht nun einen Nachfolger.  |  NOEN, Edith Hofmann

Der Asylkoordinator Gilbert Brodar wird seinen Vertrag mit Ende Juni auslaufen lassen. „Ich habe ein Jobangebot in meinem erlernten Beruf als Maschinenbauingenieur bekommen, das ich auch annehmen werde“, bestätigt Gilbert Brodar in einem Gespräch mit der NÖN.

Brodar war in dieser Tätigkeit bei der Volkshilfe sechs Monate geringfügig angestellt. „Diese sechs Monate haben gezeigt, dass man die Löcher, die zwischen Asylsuchenden, der Diakonie und den Quartiergebern entstehen, mit einer geringfügigen Beschäftigung nicht stopfen kann.“

Schule, Behördenwege, Wohnungssuche, Deutschkurse, Spenden sammeln und ausgeben, Werte vermitteln - das sind laut Gilbert Brodar die wesentlichen Tätigkeiten eines Asylkoordinators. „Wenn man für jeden Asylwerber auch nur eine Stunde im Monat aufwendet, dann wären das in Waidhofen 167 Stunden im Monat“, gibt Brodar zu bedenken.

Asylsuchende möchten helfen

Gilbert Brodar möchte die Bevölkerung Waidhofens aufrufen, den Asylwerbern auch einen kleinen Schritt entgegen zu gehen. Und es gäbe viele Möglichkeiten Asylsuchende einzubinden, das geschehe aber zu selten. Die Asylsuchenden würden zum Beispiel gerne bei Vereinen bei der Vorbereitung von Veranstaltungen kostenlos mithelfen.

Funktionieren würde die Integration laut Brodar beim Sportverein Waidhofen, auch beim Stadtlauf hätten sich Asylwerber beteiligt und auch das Startgeld bezahlt.

Besonders freut Brodar, dass er keinen Fall kennt, wo ein Waidhofner durch einen Asylwerber zu Schaden gekommen sei. Es habe keine Belästigungen, Einbrüche oder Ladendiebstähle gegeben. Und wenn es Anschuldigungen gegen Asylwerber gegeben hatte, dann stellten diese sich in der Folge als falsch heraus.

„Die Ängste der Bevölkerung konnte ich dadurch bekämpfen, indem ich die Menschen zusammenführte. Das wurde auch angenommen“, zieht Brodar positive Bilanz über seine Tätigkeit. „Wir Österreicher sollten den Mut haben, Asylsuchenden unsere Werte direkt zu vermitteln. Wir sollten selbst mit ihnen reden, wenn uns etwas stört“, schlägt er vor.

Die Stadtgemeinde Waidhofen habe erkannt, wie wichtig ein Asylkoordinator ist und wird auch versuchen, einen Nachfolger für Brodar zu finden.