Erstellt am 15. Juni 2016, 05:00

von Redaktion Gmünd

AT Golf GmbH ist im Konkurs. Golfplatz-Betreiber machte in den letzten Jahren Verluste, als Grund wird Pachtzins genannt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass in Waidhofen nochmals Golf gespielt werden kann, ist derzeit mehr als gering.  |  NOEN, Archiv

Neuer Höhepunkt im Skandal um den Golfplatz Waidhofen: Obwohl vom Club noch Mitgliedsbeiträge vorgeschrieben wurden, den Frühzahlern zusätzlich günstige bzw. kostenlose Übernachtungen versprochen wurden und alle Verkaufsangebote scheiterten, meldete die AT Golf GmbH nun Zahlungsunfähigkeit an. Zudem wurde der Maschinenpark vermutlich nach Tschechien abtransportiert. Das Telefon des Thayatal Hotels wird seit vielen Wochen nicht mehr abgehoben.

Das Konkursverfahren wurde am 7. Juni am Landesgericht Krems eröffnet, als Masseverwalterin wurde Rechtsanwältin Martina Withoff aus Zwettl bestellt. Die Anmeldefrist endet am 29. Juni, die Tagsatzung wird am 13. Juli stattfinden.

Verluste durch Darlehen finanziert

Das Stammkapital der antragstellenden Gesellschaft beträgt 35.000 Euro, Gesellschafterin der Antragstellerin ist die Firma Omnitrans a.s. aus Tschechien. Geschäftsführer der Antragstellerin ist Martin Sramek. In der Begründung des Insolvenzantrags wird angegeben, dass das Ergebnis in den letzten Jahren negativ war.

Als einer der wesentlichsten Gründe für das negative Betriebsergebnis wird genannt, dass die Antragstellerin nicht Eigentümerin der Grundstücke ist, auf denen der Golfplatz liegt. Für den Grund war ein jährlicher Pachtzins von 65.000 Euro aufzubringen. Verluste der letzten Jahre seien durch Darlehen finanziert worden. Heuer sei es jedoch nicht mehr möglich gewesen, eine Finanzierung aufzustellen. Bis vor dem Insolvenzantrag habe es noch laufend Verhandlungen mit Interessenten für den Golfplatz gegeben.

Fällige Pachtverbindungen können daher nicht mehr bedient werden. Der Betrieb ist derzeit geschlossen.
Das Thayatal Hotel ist in einer anderen Gesellschaft inkludiert und derzeit nicht von der Insolvenz betroffen. Angeblich sind für das Hotel Verkaufsverhandlungen im Gange.

Offener Brief fordert Einsatz für Golfplatz

In der Zwischenzeit gibt es auch einen offenen Brief von Ulli Fitz, in der der Bürgermeister, Vizebürgermeister und die Stadt- und Gemeinderäte von Waidhofen aufgefordert werden, sich doch für das Weiterbestehen des Golfplatzes einzubringen.

„Wir sprechen nicht von der Spielwiese einiger Waidhofner Freizeitsportler, sondern vom bei weitem größten touristischen Unternehmen, das es je in Waidhofen gab, das in guten Zeiten 25 bis 30 Arbeitsplätze bot, der Gemeinde Tourismusabgaben, Interessentensteuern, Kommunalsteuern und vielen Wirtschaftstreibenden über Umwegrentabilitäten zusätzliche Einkommen brachte“, heißt es in dem offenen Brief wörtlich. Und Fitz zieht einen Vergleich: „So haben wir schon die Gynäkologie verloren, das Finanzamt wurde reduziert, es gibt keinen Eislaufplatz mehr, und nun verlieren wir auch noch unseren einzigen Tourismusmagneten!“

Bürgermeister Robert Altschach wurde mit dem offenen Brief am Montagabend konfrontiert, er wollte jedoch am Dienstag Vormittag vorerst noch keine Stellungnahme dazu abgeben.