Erstellt am 25. September 2015, 06:52

von Daniela Schuh

"Gehe gerne an Grenzen". Die Künstlerin Elisabeth Temnitschka stellt 50 ihrer Skulpturen im Kulturkeller aus. Sie ist besonders für ihre "durchbrochenen Kugeln" bekannt.

Kurator Hans Hagen-Hottenroth, Vereinsobfrau Anita Fröhlich, Bundesrat Eduard Köck und Bürgermeister Reinhard Deimel sind begeistert von Elisabeth Temnitschka´s rund zwei Meter hohen »Stelen«.  |  NOEN, Daniela Schuh

Die international bekannte Künstlerin Elisabeth Temnitschka stellt auf Einladung des Kulturkellers Dobersberg bis 8. Oktober fünfzig ihrer Skulpturen aus. Ausstellungseröffnung, zu der zahlreich Kunst- und Kulturfans sowie Stammgäste erschienen, war letzten Freitag.

„Die Ausstellung hier ist wunderschön, weil der Raum so toll ist. Dieses Ambiente ist für meine Exponate perfekt geeignet“, erklärt die Künstlerin. Elisabeth Temnitschka kreiert Figuren und verschiedenste Objekte aus Keramik und Ton. Die Glasuren dazu stellt sie ebenfalls selbst her. Markenzeichen ihrer Töpferware ist die weiß-violett-blaue Farbe. Das Rezept hat sie selbst entwickelt und dafür eine Goldmedaille in Mailand gewonnen.

In ihrer Branche ist Elisabeth Temnitschka besonders für ihre „durchbrochenen Kugeln“ bekannt. „Meine Kollegen fragen mich immer, wie ich das schaffe.“

"Die Darstellung des Menschen,
das fasziniert mich am meisten."
Elisabeth Temnitschka

Ihr persönliches Lieblingsstück ist die Frauenfigur „Daphne“. „Die Darstellung des Menschen, das fasziniert mich am meisten. Ich gehe gerne an die Grenzen des Machbaren, das reizt mich.“

Somit findet im Kulturkeller bereits die zwölfte keramische Ausstellung statt. Musikalisch eingeleitet wurde diese durch das Duo „fiddl ma“ mit der Eigenkomposition „Remember me“. Auch Anita Fröhlich, Obfrau des Kulturvereins Dobersberg, zeigt sich begeistert: „Der Kulturkeller hat sich über die Grenzen hinaus zu einem Kompetenzzentrum für Keramik entwickelt. So wie wir es uns gewünscht haben.“ Und auch der Kurator der Ausstellung Prof. Hans Hagen-Hottenroth findet für die Künstlerin nur lobende Worte: „Die Figuren von Elisabeth Temnitschka sind die vornehmsten und elegantesten, die ich kenne. Sie strahlen eine Zartheit aus, die sich in ihrer Person widerspiegelt.“

Die Skulpturen sind allesamt sehr schlicht gehalten, wirken dadurch aber umso stilvoller. Man merkt, dass viel Kreativität und Liebe zum Detail im Spiel ist. Die Exponate besitzen Stille und Tiefe. Elisabeth Temnitschka beweist, dass Keramik zeitlos schön ist, wenn man bedenkt, dass die Herstellung bereits den ältesten Kulturtechniken der Menschheit angehört. Müsste man ihre Werke mit drei Worten beschreiben, dann wären das diese: „einfach nur schön“.

Elisabeth Temnitschka wurde vor kurzem in den Künstlerklub Klosterneuburg gewählt. „Der Klub ist sehr rege und daher habe ich die Möglichkeit, bei vielen Ausstellungen mitzuwirken.“ Im Zuge von acht Gemeinschaftsausstellungen mit anderen Künstlern werden ihre Objekte noch in ganz Österreich gezeigt.