Waidhofen an der Thaya

Erstellt am 10. Januar 2018, 04:42

von Hannes Ramharter

Für Kleinkinder ist besseres Angebot nötig. Auch eine bessere Verkehrsanbindung für Karlstein ist bei den Kandidaten aller Parteien ein wesentliches Thema. Litschauer will sogar Abendz

Unterschiedliche Standpunkte gibt es bei den Bezirks-Spitzenkandidaten von ÖVP, SPÖ, FPÖ, Grüne und NEOS für die Landtagswahl, was das Thema Bildung betrifft.

In einem Punkt sind sich aber praktisch alle Politiker einig: Das Angebot für Kinder vor dem Kindergartenalter ist nicht zufriedenstellend. Eduard Köck (ÖVP) möchte die Betreuungseinrichtungen für ein- bis zweieinhalbjährige Kinder „verdichten“. Roman Zibusch (SPÖ) fordert, die Kleinkinderbetreuungsstätten „so auszubauen, um den Eltern die Möglichkeit zu geben, wieder ihren Berufen nachgehen zu können“.

In seiner Heimatstadt Groß Siegharts zeige sich, dass Kinderbetreuungsstätte und Nachmittagsbetreuung sehr gut angenommen werden. Gottfried Waldhäusl (FPÖ) ortet eine „große Nachfrage“ im Bereich von Einrichtungen für Kinder bis zweieinhalb Jahren. Auch Martin Litschauer (Grüne) sieht bei der Kleinkinderbetreuung „besonderen Verbesserungsbedarf“, weil es im Bezirk zu „wenig Horte und Tagesmütter“ gäbe.

Darius Djawadi (NEOS) führt an, dass es im Bezirk Waidhofen nur fünf Schulen gäbe, die ganztägige Formen anbieten, in Horn aber 18. Auch beim Angebot an Kindergärten müsse nachgebessert werden, was „Anzahl und Öffnungszeiten betrifft“.

Köck: Karlstein besser an Verkehr anbinden!

Generell hält Eduard Köck die Qualität der Bildungseinrichtungen im Bezirk für gut. Die Handelsakademie werde mit dem Schwerpunkt „Digitalisierung“ zusätzlich aufgewertet. Im Bezirk gibt es auch die einzige HTL des oberen Waldviertels, die Montessori-Schule mache das Angebot umfangreicher.

Köck hebt auch die Einrichtungen für Kinder und Jugendliche in „schwierigen Situationen“ hervor, wie das Haus der Zuversicht, die Einrichtungen der Caritas und die Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. „Damit stehen wir besser da, als viele andere Regionen“, meint Köck.

Der ÖVP-Bundesratsabgeordnete meint auch, dass man in den Volksschulen öfter einen zweiten Pädagogen pro Klasse einsetzen sollte, weil sich das positiv auf die weitere Schulzeit auswirken würde. Eine wichtige Forderung ist für Köck, dass die Verkehrsanbindung des HTL-Standortes Karlstein verbessert wird. Dort sollte auch ein Lehrgang für Kunststofftechnik etabliert werden.

Zibusch: Schwerpunkte für Pflichtschulen

Für Roman Zibusch von der SPÖ ist es wichtig, dass auch die Pflichtschulen Schwerpunkte setzen, die dem regionalen Bedarf an Fachkräften entsprechen. Auch er sieht den Bezirk bei den weiterführenden Schulen „gut aufgestellt“. Für die Handelsschule möchte er ein Modell, das Schule mit einer Lehre verbindet.

Beispielgebend ist für Zibusch auch die Zusammenarbeit der Neuen Mittelschule Groß Siegharts, die eine technische Ausrichtung hat, mit den Firmen Test-Fuchs und Pollmann. Auch Zibusch fordert eine bessere Verkehrsanbindung von Karlstein.

Waldhäusl will eventuell eine Fachhochschule

FPÖ-Landtagsklubobmann Gottfried Waldhäusl meint, dass „die Versorgung mit Bildungseinrichtungen im Bezirk grundlegend in Ordnung ist“.

Er könnte sich vorstellen, dass geprüft werden soll, ob man die HTL Karlstein nicht auch als Fachhochschule aufwerten könnte. Er meint auch, dass in Schulen Schwerpunkte gesetzt werden sollen, um den Schulabgängern Chancen auf einen nachhaltigen Arbeitsplatz in der Region zu bieten.

Litschauer: Abendzug ist notwendig

Martin Litschauer, Stadtrat in Waidhofen und Spitzenkandidat der Grünen sieht auch bei den weiterführenden Schulen Verbesserungsbedarf. Er fordert, dass die öffentlichen Verkehrsverbindungen verbessert werden müssen, die Verbindung zwischen den Bezirksstädten Waidhofen und Zwettl ist „eine Zumutung für die Waldviertler“.

Litschauer meint, dass auch Fachhochschullehrgänge im Waldviertel angeboten werden sollten. Die HTL Karlstein sollte zur Steigerung der Attraktivität besser erreichbar sein, für den Besuch von Abendschulen in Wien fordert er „Abendzugverbindungen“.

Djawadi: Autonomie besonders wichtig

Darius Djawadi von den NEOS fordert die Abschaffung der Schulsprengel, um eine freie Schulwahl zu ermöglichen. Schulautonomie ist ihm wichtig, da „niemand besser als die Schulgemeinschaft vor Ort weiß, was eine Schule braucht“.

Djawadi „würde sich freuen“, wenn die Schulen in Waidhofen Vorreiter bei der Zusammenarbeit werden und sich mehrere Schulen zu einem Bildungscluster zusammenschließen. Das wäre seiner Meinung nach gerade in der Stadt Waidhofen durch die örtliche Nähe der Schulen leicht möglich.

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