Erstellt am 14. Oktober 2015, 05:02

von René Denk

Hohes Risiko für Wildunfälle im Herbst. Bezirksjägermeister Albin Haidl mahnt zur Vorsicht, durch Wildreflektoren konnten Fallwildzahlen reduziert werden.

Landesjägermeister-Stellvertreter und Bezirksjägermeister Albin Haidl zeigt die Wildreflektoren, die im Bezirk Waidhofen bereits auf geschätzten 80 bis 120 Kilometern Straße angebracht wurden.  |  NOEN, René Denk
Niederösterreich liegt bei Wildunfällen mit 41 Prozent (über 32.000 Tiere) des Fallwild-Anteils in Österreich absolut an der Spitze. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit kategorisiert den Bezirk Waidhofen im Durchschnitt der letzten Jahre mit 1.300 bis 2.100 Stück Fallwild ein.

Jetzt im Herbst gibt es auf den Straßen wieder vermehrt Grund zur Vorsicht, betont Landesjägermeister-Stellvertreter und Bezirksjägermeister Albin Haidl. „Die größte Gefahr besteht vor allem frühmorgens, wenn es hell wird und abends bei Dämmerung “, meint Haidl.

Reflektoren wirken nur bei Dunkelheit

Zugleich freut sich der Bezirksjägermeister, dass die Fallwild-Zahlen, die durch den Verkehr verursacht werden, in den letzten Jahren langsam zurückgehen. Das komme vor allem daher, dass man vor rund fünf Jahren Projekte mit Wildreflektoren gestartet habe. „Von den 144 Revieren machen derzeit rund 30 mit. Es haben jetzt schon wieder weitere Reviere ihr Interesse bekundet, sich an den Wildreflektor-Projekten zu beteiligen“, erklärt Haidl im NÖN-Gespräch.

Die Reflektoren nehmen das Scheinwerferlicht des Autos auf und strahlen es in den Wald ab, um die Tiere zu erschrecken, sodass sie von der Straße weglaufen.
Grob geschätzt seien derzeit rund 80 bis 120 Kilometer Straße im Bezirk mit Wildreflektoren ausgestattet. Gefördert werden diese Projekte von den Straßenmeistereien, dem Landesjagdverband, auch die Revierinhaber beteiligen sich finanziell bei den Projekten. Im Bezirk wurden bisher nur qualitativ höherwertige Swarovski-Reflektoren eingesetzt.

„Die effizienteste und gleichzeitig
kostengünstige Methode sind die Wild-Reflektoren!“
Landesjägermeitser-Stellvertreter und
Bezirksjägermeister Albin Haidl

„Dieser Schutz funktioniert aber leider auch nur in der Dunkelheit“, warnt Haidl. Abhilfe bei Dämmerung würde nur ein zusätzlicher Akustik-Schutz bringen, der aber zu teurer sei. Weitere Maßnahmen, wie Verstänkerungsmittel oder Schaumstoff anzubringen, hätten nicht die gewünschten Erfolge erbracht.

„Die effizienteste und gleichzeitig kostengünstige Methode sind die Wild-Reflektoren“, weiß der Bezirksjägermeister. Auch die Jägerschaft habe ein großes Interesse daran, das Fallwild durch den Straßenverkehr einzudämmen. Zum einen müsse das Wild, das den Autos zum Opfer fällt, entsorgt werden. Man darf es nicht mehr verwerten. Zum anderen sei es ein „irrsinniges Tierleid, wenn eine Geiß vom Auto erfasst wird und die jungen unselbstständigen Kitze elendig zu Grunde gehen.“ Zum Glück kämen eher selten Menschen bei einem Wildunfall zu Schaden, aber auch das sei ein wichtiger Grund für den Einsatz der Reflektoren. Der Bezirk Waidhofen liege beim Rehwildaufkommen mit den Bezirken Zwettl und Gmünd im Mittelfeld, bei Niederwild (Hasen) gäbe es in Waidhofen einen nicht so starken Besatz. „Da sind die Bezirke Gänserndorf und Mistelbach stärker vertreten“, erzählt Haidl.