Erstellt am 13. April 2016, 05:14

von Michael Schwab

„Keiner ist zuständig“. Anrainer Martin Palisch kritisiert fehlende Verkehrsberuhigungsmaßnahmen und zu hohe Geschwindigkeit der Fahrzeuglenker sowie defekte Kanaldeckel.

Martin Palisch vor seinem Haus in der Brunnerstraße.  |  NOEN, Michael Schwab

Kaputte Kanaldeckel, fehlende Schutzwege und zu hohes Tempo der vorbeifahrenden Fahrzeuge in der Brunnerstraße - wiederholt hat Anrainer Martin Palisch diese Dinge bei Stadtgemeinde, Bezirkshauptmannschaft und Straßenverwaltung angesprochen.

Doch laut eigener Aussage wurde er bisher stets vertröstet. Niemand fühle sich zuständig. Seit Ende der vergangenen Woche hängt an seiner Fassade ein Transparent mit dem Text „Wohnen an der Brunnerstraße - unerträglich!“

„Mir ist schon klar, die Autos müssen in die Stadt und zum Einkaufszentrum, aber man kann eine Straße auch so gestalten, dass sie nicht so sehr zum Schnellfahren einlädt wie die Brunnerstraße. Es gäbe sicherlich bauliche Maßnahmen, um das Tempo der Fahrzeuge zu reduzieren“, meint Palisch.

Bezirkshauptmannschaft will erneut messen

Eine mobile Geschwindigkeits-Anzeigetafel sei im Herbst von der Stadtgemeinde aufgestellt worden. „Am 29. September habe ich um 14.05 Uhr einen Postbus mit 69 km/h, um 15.02 Uhr einen Pkw mit 72 km/h vorbeifahren gesehen. Am 2. Oktober um 13.50 Uhr war die Anzeige bei einem Auto dreistellig, über 100 km/h“, schildert Palisch seine Beobachtungen. Seiner Ansicht nach habe die Anzeige die Lenker nicht sensibilisiert, sondern manche eher zu „Rekorden“ aufgestachelt. Palisch wollte von der Stadtgemeinde auch die gemessenen Geschwindigkeitsdaten einsehen. Allerdings sei die Aufzeichnung defekt gewesen.

„Das ist korrekt. Wir konnten die Daten nicht runterladen“, bestätigt Bürgermeister Robert Altschach. Die Problematik des hohen Verkehrsaufkommens und des Schnellfahrens sei ihm bekannt. „Die einzige zielführende und realistische Maßnahme sind häufigere Polizeikontrollen, um die Lenker zur Einhaltung des Tempolimits zu bewegen. Langfristig wollen wir versuchen, einen Teil des Verkehrs umzuleiten, etwa durch das Gebiet hinter dem Lagerhaus zur Bahnhofstraße. Egal, was man auch macht, die Brunnerstraße wird eine Hauptverkehrsader bleiben“, meint Altschach.

Zudem bemängelt Palisch, dass es vom Schutzweg beim Kreisverkehr bis zur Wirtschaftskammer auf rund 800 Metern Länge keinen weiteren Schutzweg zum Überqueren der Straße gibt. Dazu kommen noch zwei defekte Kanaldeckel. „Einer ist schon seit Herbst 2015 kaputt, jedes Mal, wenn ein Lkw mit leerem Anhänger drüberfährt, poltert es gewaltig. Ein Zweiter ging zum Jahreswechsel kaputt“ berichtet Palisch.

Reparatur wird am Mittwoch durchgeführt

„Die Reparatur konnte bis jetzt nicht ausgeführt werden, weil es noch kein Mischgut gab. Die Lieferanten beginnen erst im Frühjahr mit der Herstellung“, erklärt Günther Denninger, der Leiter der Straßenbauabteilung. Mittlerweile sei das Material aber verfügbar. „Die Reparatur wird am Mittwoch durchgeführt“, verspricht Denninger.

Bis jetzt gab es wegen der Tempo- und Schutzwegproblematik zwei Verkehrsverhandlungen mit der Bezirkshauptmannschaft. „Es wurde eine Geschwindigkeits- und Verkehrsfrequenzmessung inklusive Fußgängern durchgeführt, ein beleuchteter Fahrbahnteiler zur Erleichterung der Überquerung der Straße installiert, und Tempokontrollen per Multabox und durch die Polizei veranlasst. Voraussetzungen für konkrete Maßnahmen liegen daraus nicht vor“, erläutert Bezirkshauptmann-Stellvertreter Markus Peham die bisher gesetzten Maßnahmen.

Allerdings sei nach einem Gespräch mit Palisch Ende Februar eine neue Geschwindigkeitsmessung mittels Seitenradar in Auftrag gegeben worden. „Sobald die Daten der Messung vorliegen, wird es eine weitere Verkehrverhandlung geben“, verspricht Peham.