Erstellt am 04. März 2016, 06:24

von René Denk

Aus für den 70er in Großrupprechts. Bei Ortsdurchfahrt Großrupprechts wird bald nur mehr Tempo 50 erlaubt sein. Anrainer äußerten Sicherheitsbedenken.

Nicht mehr lange darf man 70 km/h durch das Ortsgebiet von Großrupprechts auf der Bundesstraße 2 fahren, denn bei einer neuerlichen Verkehrsverhandlung wurde Tempo 50 festgesetzt.  |  NOEN, Michael Schwab

Insgesamt sieben Verkehrsverhandlungen fanden seit 2007 wegen der Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 2 in Großrupprechts statt, die letzte am 25. Februar, davor weitere zwei im Vorjahr.

Dabei wurde beschlossen, dass es zu größeren Auswirkungen für Autofahrer zwischen Vitis und Schrems kommen wird, denn anstelle der 70 km/h-Beschränkung wird künftig nur mehr Tempo 50 erlaubt sein. „Es handelt sich ganz klar um ein Ortsgebiet. Die Straßenverkehrsordnung schreibt vor, dass man eine 70 km/h-Beschränkung erlauben kann, wenn es keine Sicherheitsbedenken gibt“, sagt Bezirkshauptmann Günter Stöger im NÖN-Gespräch. Das sei aber hier nicht der Fall.

Sicherheitsbedenken gibt es bei den Großrupprechtsern sehr wohl. Zwölf Anrainer, darunter junge Mütter und Väter haben Angst, dass ihren Kindern etwas zustoßen könnte. Die Anrainer gaben an, dass es vermehrt zu Blechschäden (nicht polizeilich registriert) käme. Der letzte registrierte Unfall war die Kollision mit einem einen Linksabbieger, auf den der dahinter fahrende Pkw auffuhr. Dieser dürfte rund ein Jahr her sein.

Abbiegespur wäre geplant gewesen

Bürgermeisterin Anette Töpfl und Vizebürgermeister Hermann Lauter sind im betreffenden Straßenabschnitt keine weiteren Vorfälle bekannt. Tragisch hingegen ist das, was im Ort vor mittlerweile rund 40 Jahren passierte und bei manchen Ortsbewohnern noch immer verankert ist: Durch den Straßenverkehr kamen damals drei Kinder ums Leben.

Gegen Ende 2008 wurde das Tempolimit von 80 auf 70 gesenkt und eine bessere Straßenbeleuchtung, ein Gehsteig und Busbuchten empfohlen und später auch umgesetzt. Bereits in der ersten Sitzung 2015 wurde auch eine Abbiegespur als sinnvoll erachtet. Eine Zählung bestätigte, dass das Verkehrsaufkommen hoch genug sei, sich 98 Prozent der Fahrer an das Tempolimit halten würden und dass es im Verhältnis zum Verkehrsaufkommen nur wenige Straßenquerungen gäbe. Mit dem neuen 50 km/h-Tempolimit wurde die geplante Abbiegespur wieder verworfen.

Stöger rechnet damit, dass die „70er-Verordnung“ noch diese Woche aufgehoben wird. Dann kommt es darauf an, wann die Straßenmeisterei die Schilder wegräumt, spätestens aber noch im März.