Dietmanns

Erstellt am 04. August 2016, 08:17

von Hannes Ramharter

Sanierung der Bründlkapelle abgeschlossen. Nach jahrelangen Bemühungen von Pfarrer Josef Pichler konnte nun die rund 150.000 Euro teure Restaurierung der Bausubstanz und Schablonenmalereien beendet werden.

Noch ist das Gerüst vor den restaurierten Schablonenmalereien in der Bründlkapelle, doch Pfarrer Josef Pichler freut sich schon auf die feierliche Wiedereröffnung am 15. August.  |  NÖN, Hannes Ramharter

Es ist so weit: Nach jahrelangen „Schreibereien“, wie Pfarrer Josef Pichler rückblickend meint, ist die Renovierung der Bründlkapelle abgeschlossen. Die feierliche Wiedereröffnung wird am Fest Mariä Himmelfahrt, am Montag, 15. August, stattfinden.
Josef Pichler wurde 2008 Pfarrer in Groß Siegharts, bereits im Jänner 2009 schrieb er den ersten Brief an das Bundesdenkmalamt, der die Renovierung der Bründlkapelle betraf.

Vier Jahre dauerte es dann von den ersten Untersuchungen und dem Förderansuchen bis zur Einigung über die Finanzierung, die zu je einem Viertel durch Bund, Land, Diözese St. Pölten und Pfarre Groß Siegharts erfolgt. Die Substanz der Bründl-kapelle war durch die Feuchtigkeit sehr schlecht, da sie über den Winter nicht benützt wird. Daher wurden als erste Maßnahmen das Erdreich, das bis zur Mauer der Kapelle abfallend war, entfernt, um das Gefälle wegzubringen. Große Bäume, die Schatten auf die Kapelle warfen, wurden gefällt, jetzt kann die Sonne Feuchtigkeit auftrocknen.

Das Wertvolle an der Bründl-kapelle ist die Tatsache, dass diese die einzige Kapelle in Niederösterreich ist, wo alles aus derselben Zeit original erhalten ist: Von den Fliesen, Fenstern, dem Schnitzaltar und der Schablonenmalerei bis zu den Kerzenleuchtern - alles ist aus der Zeit um 1900. Daher ist auch alles erhaltungswürdig, obwohl neugotische Schnitzaltäre nicht überaus wertvoll sind.

Malerfirma machte die Arbeiten billiger

Entscheidender Schritt bei der Finanzierung war auch die Tatsache, dass eine Malerfirma aus Fuglau berechtigt wurde, die Schablonenmalerei zu restaurieren - akademische Restauratoren wie ursprünglich vorgesehen - wären um das Doppelte teurer gewesen.

Besonderen Verdienst erwarb auch Rudolf Kerschbaum aus Kaltenbach (Gemeinde Vitis), der die Kapelle über den gesamten Winter mit einem Heizstrahler erwärmt hatte.
Rundum die Kapelle wurden auch neue Drainagen gelegt, wegen der Feuchtigkeit geht die Schablonenmalerei nun nur mehr bis in Augenhöhe.

Auch Stromleitungen wurden verlegt, über ein Aggregat kann Strom erzeugt werden, der für die Beleuchtung und die Bedienung einer Hammond-Orgel dienen wird. Der finanzielle Rahmen für die Restaurierung betrug rund 150.000 Euro, allein die Restaurierung der Schablonenmalerei kostet rund 60.000 Euro. „Das ist schon eine große Investition für eine relativ kurze Nutzungsdauer in einem Jahr“, meint Pfarrer Josef Pichler, der sich freuen würde, wenn die Kapelle auch weiterhin sehr stark für Hochzeiten genützt würde.

Auch die Bilder der Kapelle werden derzeit restauriert.
Für die Wallfahrtstage in nächster Zeit hat sich Pfarrer Pichler bemüht, Priester mit Bezug zu Groß Siegharts für die Predigt zu gewinnen, so zum Beispiel am 15. August den ehemaligen Waidhofner Kaplan Karl Schlögelhofer, weiters den ehemaligen Sieghartser Pfarrer Herbert Schlosser, und als Höhepunkt eine Gospel-Masse mit dem ehemaligen Sieghartser Kaplan und Weinpfarrer Hans Denk (anschließend soll es auch eine kleine Session im Gasthaus Kern geben).

Spenden für die Renovierung der Kapelle werden nach wie vor dankend entgegengenommen, IBAN AT71 2027 2000 0044 2632, bei der Waldviertler Sparkasse Bank AG, lautend auf Pfarramt Groß-Siegharts Renovierung Bründlkapelle.