Erstellt am 07. Oktober 2015, 05:57

von René Denk

Übung in echtem Feuer. Feuerwehrleute aus den Bezirken Waidhofen, Gmünd und Horn übten in Dobersberg im Brandcontainer unter realitätsnahen Bedingungen.

Bei der Heißübung waren auch Anderas Meller, Christian und Markus Pruckner, Roman Wögerer, Patrick Matzinger, Peter Brunner, Jasmin Reegen, Matthias Bauer, Peter Oberbauer, Marcel Zeiler, Barbara Schaupmann und Edmund Fuchs.  |  NOEN, René Denk

In echten Flammen mit der Atemschutzausrüstung Brandherde bekämpfen - das konnten die Feuerwehren der Bezirke Waidhofen, Gmünd und Horn bei der „Heißübung“ der Stufe 4 des Landesfeuerwehrkommandos üben.

Über 400 Teilnehmer - davon 190 aus dem Bezirk Waidhofen, 150 aus Gmünd und 60 aus Horn - kamen, um von Dienstag bis Sonntag in den Brandcontainer (eine gasbefeuerte Wärmegewöhnungsanlage) zu gehen. Der Container wurde bei der Straßenmeisterei Dobersberg heuer zum zweiten Mal in Folge als eine von sieben Stationen in ganz Niederösterreich aufgestellt.

„Angedacht war eigentlich, den Container jedes Jahr in einem anderen Bezirk aufzustellen. Da sich die Standortfindung aber schwierig gestaltete, entschloss sich das Team rund um Kurt Goldnagl, den Container auch 2015 wieder nach Dobersberg zu holen“, betonte Stefan Mayer vom Bezirksfeuerwehrkommando Waidhofen.

Die Übung konnten nur Feuerwehrmitglieder absolvieren, die bereits die Vorstufen der Atemschutzübungen positiv abgeschlossen hatten. Bei rund 400 Grad mussten die Feuerwehrmitglieder mit ihrer rund 35 Kilo schweren Ausrüstung (Atemschutzgeräte plus Schutzanzüge) mit dem Schlauch zu den drei Brandherden vorrücken und diese löschen.

„Unter hohen Temperaturen wird zuerst getestet,
ob die Schutzbekleidung funktioniert.
Man braucht Vertrauen in die Kleidung,
denn der Brandcontainer ist keine Spielwiese.“
Peter Zach

Die ganze Übung dauerte für eine Gruppe eineinhalb Stunden. „Zuerst unterzogen sich die Teilnehmer einer Sicherheitsbelehrung im Feuerwehrhaus, danach gab es ein separates Strahlrohrtraining. Im Anschluss wurden die Feuerwehrmitglieder in den Container geschickt, wo sie sich zuerst mit der Ausrüstung in einem Raum an die Hitze gewöhnen konnten“, erklärte Standortverantwortlicher Kurt Goldnagl im NÖN-Gespräch.

„Unter hohen Temperaturen wird zuerst getestet, ob die Schutzbekleidung funktioniert. Man braucht Vertrauen in die Kleidung, denn der Brandcontainer ist keine Spielwiese“, betontPeter Zach, Hauptverantwortlicher für die Abwicklung der Übung. Drei Feuer mussten die Dreier-Angriffstrupps löschen. Bei einem musste ein Gashahn abgedreht werden, der aber im Feuer des Gaslecks stand, dann wurde ein Wohnzimmerbrand mit einem für die Feuerwehrmitglieder schwierigem Brandverlauf und einem Folgefeuer geübt.

„Unter der Schutzbekleidung hat es sicher um die 50 Grad Celsius. Mit der schweren Ausrüstung, dem Atemschutz und der Bewegung im Einsatz werden diese 20 Minuten dann echt lange“, meint Goldnagl. Trotz der Schwerstbelastung gab es keinen einzigen Ausfall, freute sich der Standortleiter am Ende. Solche Übungen seien immer wieder sehr wichtig, um für den Ernstfall besser vorbereitet zu sein.