Erstellt am 11. Mai 2016, 06:24

von Michael Schwab

Zulassungszahlen werden bald steigen. Beim ersten E-Mobilitätstag der ella AG blickte Vorstand Andreas Dangl optimistisch in die Zukunft. Seine Familie fährt nur noch elektrisch.

Bernhard Dangl (rechts) mit zwei Interessenten für eine Probefahrt mit einem Tesla.  |  NOEN, Michael Schwab

Von den Vorteilen und vom aktuellen Stand der Elektromobilität konnte man sich am 4. Mai beim ersten „E-Mobilitätstag“ der ella AG am Betriebsgelände in Pfaffenschlag überzeugen.

Auf dem mit Ladesäulen ausgestatteten Firmenparkplatz waren zahlreiche Elektroautos geparkt - ein deutliches Zeichen, dass Mitarbeiter und Besucher der ella zu den Vorreitern in der Elektromobilität gehören. Die ella baut österreichweit ein Elektro-Ladesäulennetz auf, das zu 100% aus W.E.B. Grünstrom gespeist wird.

Zu Beginn der Veranstaltung gab Oliver Danninger von der ecoplus/Landesinitiative „e-mobil in niederösterreich“ einen Überblick über die aktuellen Bemühungen in Niederösterreich, als Vorzeigeregion voranzugehen. „Der Verkehr verursacht einen großen Block der CO2- Emission. Mit einem Elektroauto, das mit regenerativem Strom betrieben wird, lassen sich pro Jahr zwei Tonnen CO2 einsparen“, erklärte Danninger. Österreich sei dabei mit seinem Strommix, der sich zu 70 Prozent aus erneuerbaren Quellen zusammensetzt, gut aufgestellt, gleich hinter Norwegen. „In Niederösterreich können wir den Strombedarf sogar schon zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen decken“, merkte Danninger an. Daher mache eine Elektrifizierung des Verkehrs Sinn. Auch die Ökobilanz eines Elektrofahrzeuges sei keineswegs eine Augenauswischerei, wie dies immer wieder von Kritikern behauptet werde.

„Ein benzinbetriebenes Auto hat in der Gesamtbilanz mit Herstellung und Ölförderung einen CO2-Ausstoß von rund 250 Gramm pro Kilometer. Ein Elektroauto, das mit Ökostrom betrieben wird, stößt in der Gesamtbilanz mit Herstellung udn Rohstoffgewinnung nur 30 Gramm pro Kilometer aus“, fasste Danninger zusammen und zeigte eine Vergleichsgrafik. Auch finanziell könne sich ein Elektroauto rechnen, da bei 15.000 km Jahresfahrleistung rund 1.000 Euro Ersparnis gegenüber einem Verbrenner erzielt werden. Das Ziel sei, bis 2020 einen Anteil von fünf Prozent Elektrofahrzeugen in Niederösterreich zu erreichen.

32 Schnellladestationen gibt es bereits in NÖ

Ein weiteres Ziel, im Umkreis von 60 Kilometern einen Schnelllader verfügbar zu haben, wurde bereits erreicht. 32 solcher Ladestationen gibt es aktuell in Niederösterreich. „In 70 Prozent der Fälle findet man sogar innerhalb von 30 Kilometern einen Lader, wo man sein Auto in 30 Minuten aufladen kann“, führte Danninger an. Die Schnellladerinfrastruktur sei vor allem für die betriebliche Nutzung eines Elektrofahrzeuges ein wichtiges Rückgrat.

ella-Vorstand Andreas Dangl ist selbst ein Vorreiter der Elektromobilität. „Vor ein paar Wochen haben wir in der Familie den letzten Verbrenner verkauft. Ich würde mir ab 2018 kein Auto mit Verbrennungsmotor mehr kaufen“, erzählte Dangl. Er gehe davon aus, dass die Zahl der Neuzulassungen von Elektroautos bald deutlich steigen werden. „Ich rechne damit, dass 2017/18 eine Auswahl an Mittelstrecken-Autos mit etwa 250 Kilometern Reichweite auf den Markt kommen wird, die relativ gut für die breite Masse nutzbar sind. Dann könnte sich ein ‚Popcorn-Effekt‘ ergeben, der nicht mehr aufzuhalten ist“, zeigte sich Dangl optimistisch.

Umso wichtiger sei es daher, dass man als ella AG für diesen Umbruch gerüstet sei, so wie auch Einkaufszentren und Gemeinden vorbereitet sein müssen. Entscheidend sei nicht nur das Vorhandensein von Ladestationen, sondern auch die dahinter stehende Software, welche eine vollautomatische Abrechnung ermöglicht. „Das hat viel mehr mit Mobiltelefonie als mit herkömmlichem Tanken zu tun. Der Kunde erhält am Monatsende wie bei einem Mobilfunkvertrag eine Abrechnung“ erläuterte Dangl.

Zum Portfolio der ella gehört neben der Ladeinfrastruktur auch die Kurz- und Langzeitvermietung von Elektrofahrzeugen. „Es braucht oft mehr als eine Probefahrt beim Händler, um zu testen, ob ein Elektroauto für jemanden geeignet ist“, meinte Dangl. Nach dem offiziellen Teil standen Vertreter einiger Autohäuser mit verschiedenen Elektrofahrzeugen für Probefahrten bereit - ein Angebot, das intensiv genutzt wurde.
Auch über die neuen Bürgerbeteiligungsmöglichkeiten, ein qualifiziertes Nachrangdarlehen mit sechs Jahren Laufzeit und vier Prozent Verzinsung („ella klassik“) und ein weiteres qualifiziertes Nachrangdarlehen mit 30 Jahren Laufzeit mit Tilgung und Verzinsung in Form von Ladegutscheinen (einlösbar bei allen ella Ladestationen) wurde informiert.