Erstellt am 13. Februar 2016, 05:18

von René Denk

Erfrischender Humor. Das TAM-Ensemble trumpfte am Abend mit tollen Eigeninterpretationen abseits des Mainstreams auf und konnte das Publikum von Beginn an begeistern.

Ein tolles „Faschingstamtam“ boten Juliane Schaden, Christine Reiterer und Elisabeth Datler (vorne von links) sowie Helene Arhant (Schreibwerkstatt), Ulrike Hassler, Riccarda Schrey, Renate Neunteufel, TAM-Principal Ewald Polacek, Dorian Puchinger, Inge Rosenauer, Johann Kargl, Helga Reiter und Eva Boden (Schreibwerkstatt).  |  NOEN, René Denk

Niveauvoll frech und mit erfrischendem Humor präsentierte sich das Ensemble beim „Faschingstamtam 2016“ im Theater an der Mauer (TAM).

Stolz betonte Principal Ewald Polacek, dass alle Sprechszenen in der dramatischen Schreibwerkstatt des TAM entstanden sind bzw. bearbeitet wurden. „Abgeschmeckt“ wurden die kabarettistischen Szenen mit Sing- und Tanzeinlagen. Auch die Clowns - die steppend-amüsanten Inge Rosenauer und Elisabeth Datler - durften im Programm nicht fehlen.

Neunteufel mit als "TAM-Putzfrau"

Gleich zu Beginn stimmte eine überaus starke Renate Neunteufel in ihrem Solo als zynische „TAM-Putzfrau“ die Besucher auf einen tollen Abend ein (Autorin: Helene Arhant). Ernster wurde es dann bei Christine Reiterer, die das selbst geschriebene Gedicht über die zahlreichen Restriktionen in der Wirtshauskultur mit dem Titel „I bin a gsölliga Mensch“ impulsiv zum Besten gab.

Für zahlreiche Lacher sorgten dann die locker aufspielenden Juliane Schaden und Jean Kargl bei „The Importance to speak English“, bei dem Kargl dem Publikum einmal „richtiges Waldviertler Englisch“ näher brachte. Zum Glück nur, dass Schaden doch nur vorgab, eine Touristin aus Manchester zu sein, sonst hätte sie ihn wohl nicht verstanden. Dann wurden die Besucher in das Wartezimmer einer Arztpraxis eingeladen, wo eine alte Frau (Helga Reiter sorgte für viele Schmunzler) niemanden für ein Gespräch fand und zu ihrem Leidwesen sogar als erste an die Reihe kam.

Bizzarrer Bankraub

Mit einer süffisanten Bearbeitung eines bizarren Bankraubs von Ewald Polacek wurden die Besucher in die Pause geschickt. Herrlich zu sehen war dabei Elisabeth Datler, die dem Räuber (TAM-Nachwuchstalent Dorian Puchinger) davon überzeugen kann, das geraubte Geld gleich wieder bei ihrer Bank gewinnbringend anzulegen.

Zynisch und mehrdeutig ging es mit „Einfach zum Nachdenken“ weiter. In der Castingshow, in der der Moderator nur heulende Frauen vor das Mikro bekommt, stellt sich letztendlich heraus, dass man dabei die „Wein-Königin“ Niederösterreichs sucht. Im Leberkäse-to- go-Store strichen Christine Reiterer und Jean Kargl dann hervor, dass zuviel Auswahl auch nicht gut ist, vor allem nicht, wenn man Hunger hat.

„Fachkraft für Eigentumsübertragungen“

Die Lachmuskeln strapazierten dann noch Richter Jean Kargl, die „Fachkraft für Eigentumsübertragungen“ Dorian Puchinger und die alte Frau, bei der eingebrochen wurde (Renate Neunteufel) in der „Gerichtsverhandlung“ von Edith Hofmann. Denn dabei steht die alte Frau vor Gericht, weil sich der Einbrecher vom schimmeligen Käse den Magen verdorben hat.

Nach einer Tanzeinlage von Juliane Schaden, Christine Reiterer und Elisabeth Datler als „crazy horses“ verabschiedete sich das TAM-Ensemble mit ihrem traditionellen Faschingstamtam-Abschlusslied von einem kurzweiligen Abend.