Thaya

Erstellt am 06. Dezember 2017, 04:17

von René Denk

Nahversorger in Thaya ist schon offen. Bau dauerte nur vier Monate, um Zeitplan zu halten, waren zehn Gemeinderatssitzungen nötig. Landesrat lobte Initiative der Gemeinde.

Mit einem Fest wurde die Eröffnung des neuen Nah&Frisch-Geschäftes in Thaya 30. November gefeiert.

Besonderen Applaus im bis an den Rand gefüllten Festzelt gab es, als Bürgermeister Eduard Köck den neuen Geschäftsführer Othmar Josef begrüßte. Er skizzierte das Projekt von der Entstehung an. Seit der Jahresmitte 2016 habe man sich bemüht, eine neue Lösung für die Nahversorgung zu finden, nachdem die Pensionierung der langjährigen Nahversorgerin Elisabeth Koller in die Nähe rückte. Sie war an diesem Tag — dem letzten Öffnungstag ihres Geschäftes und dem Beginn ihrer Pension — auch gekommen und wurde von einigen Rednern für ihre gute Arbeit hoch gelobt und ausgezeichnet.

Ursprünglich wollte man das Projekt des neuen Nahversorger-Geschäftes mit einer Wohnbaugenossenschaft realisieren, als sich hier aber für die Gemeinde zu lange nichts tat, zog man im Jänner die Reißleine, meinte Köck. Die Gemeinde entschied, das Projekt selbst umzusetzen und rund 600.000 Euro zu investieren.

Nach einigen Gemeinderatssitzungen und notwendigen Beschlüssen hatte man bereits Anfang Juni die Bauverhandlung. „Von Baubeginn bis heute liegen genau vier Monate dazwischen. Nicht alle haben bei der ersten Baubesprechung daran geglaubt, dass dies realisierbar ist“, freute sich der Bürgermeister. Besonders deshalb, weil das Gebäude den daneben befindlichen Altbau (ein ehemaliges Gasthaus) integrieren musste.

Projekt wird mit gesamt 250.000 Euro gefördert

Er dankte allen am Projekt beteiligten Kräften, denn nur durch das gemeinsame an einem Strang ziehen wäre das Projekt in dieser Rekordzeit auch realisierbar gewesen. Köck führte dabei auch an, dass es zehn Gemeinderatssitzungen — so viele, wie noch nie in der Marktgemeinde — gegeben hatte.

Großhändler Julius Kiennast jun. freute sich nach Göpfritz/Wild und dem kleineren Geschäft in Brunn nun ein weiteres Nah&Frisch-Geschäft eröffnen zu können. Er strich das topmoderne Geschäft und die Einrichtung hervor. Weiters lobte er die Gemeindeführung: „Es ist alles andere als selbstverständlich, dass eine Gemeinde so stark die Initiative ergreift, damit hier wieder etwas passiert!“

Der neue Nahversorger Othmar Josef dankte, dass die Wahl auf ihn fiel. „Danke für die Chance, ich habe mit Karin Bartl, Eveline Pichler und Barbara Russ drei tolle Mitarbeiterinnen, die über langjährige Erfahrung verfügen und mich bei dieser Aufgabe unterstützen. Der größte Dank geht aber an meine Familie, besonders an meine Frau Sonja, denn ohne ihre Unterstützung könnte ich dieses Projekt nicht starten.“

Wirtschaftskammer-Obmann Reinhart Blumberger betonte die Wichtigkeit der Förderung der Ortszentren und betonte, dass der Erfolg des Geschäftes von den Bürgern alleine abhänge: „Ich habe eine große Bitte an sie: Kaufen sie hier nicht nur ein, wenn ihnen die Butter ausgeht, sondern generell. Nur so kann man den Erhalt eines Nahversorgers gewährleisten!“

Landesrat Ludwig Schleritzko betonte, dass sich Menschen dort niederlassen würden, wo eine gute Infrastruktur vorherrscht. Dazu sei auch ein Nahversorger unumgänglich. Im Rahmen der Förderung der Ortszentren (NAFES) wurden vom Land 85.000 Euro und von der Wirtschaftskammer 15.000 Euro für den Neubau des Nahversorger-Lokals bereitgestellt. Weitere 150.000 Euro werden in Form einer Bedarfszuweisung vom Land für dieses Projekt zur Verfügung gestellt, was insgesamt einer Förderung von Land und WKO in Höhe von 250.000 Euro gleichkommt.

„Solche Gemeinden brauchen wir!“

Schleritzko dankte für das Engagement der Gemeinde: „Als ihr gesagt habt, ihr macht es selbst und habt das Heft in die Hand genommen, kam das Projekt plötzlich ins Rollen. Solche Gemeinden mit solchen Bürgermeistern brauchen wir“, lobte der Landesrat die starke Initiative Köcks und der Gemeinde.

Josefs Schwiegervater, Diakon Josef Trinko, und Pfarrer Wolfgang Auhser nahmen die Segnung vor. Dabei freute es Auhser besonders, dass er einen „echten“ Nahversorger hätte, denn der Pfarrhof liege direkt neben dem Geschäftslokal und er könne jederzeit zu Fuß einkaufen gehen.

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