Erstellt am 29. September 2015, 10:16

von René Denk

Wird Geld verschwendet?. Bei der Radlmühle müsste umgebaut werden, obwohl der „natürliche Steinwurf“ nach Meinung vieler den Aufstieg von Fischen ohnedies ermöglicht.

Bürgermeister Rudolf Hofstätter und Vizebürgermeister Gerhard Braunsteiner zeigen auf die Wehr bei der Radlmühle.  |  NOEN, René Denk

Eine „wahnsinnige Verschwendung von Steuergeldern“ hebt Bürgermeister Rudolf Hofstätter hervor: Um mindestens 120.000 Euro soll die Konsolidierungsgemeinde eine Fischaufstiegshilfe bei der Radlmühle bauen, die aber durch die natürlichen Gegebenheiten ohnedies vorhanden ist.

Zum Fall: Ende Jänner 2015 gab es eine Verhandlung über die Zukunft der Wehr, zu der von der Bezirkshauptmannschaft eingeladen wurde. Dort musste die Entscheidung gefällt werden, ob die Wehr abgerissen wird oder nicht.

„Einen Abriss wollten wir auf jeden Fall vermeiden, da dies der Gemeinde großen Schaden zufügen würde“, betont Hofstätter im NÖN-Gespräch. Dabei betont er, dass aus der Thaya nur mehr ein Rinnsal übrig bleiben würde. Fischerei-Obmann Johann Russ habe sich schon damals in der Verhandlung dafür ausgesprochen, dass die Wehr bleiben müsse - alleine schon deshalb, dass das Fischerei-Revier Waldkirchen seinen Wert erhalten könne.

Vieles spricht gegen die Verwirklichung

Auch die Brückenbauabteilung des Landes hätte Bedenken geäußert und betont, dass die Flusssohle nicht verändert werden darf, da man sonst um die Standfestigkeit der Brückenpfeiler bangen müsste. Weiters hat der Bürgermeister die Befürchtung, dass das Landschaftsbild und die Landwirtschaft massiv darunter leiden würden. Außerdem hätte man bereits in einem historischen Dokument nach dem großen Eisstoß 1960 festgehalten, dass die Wehr zum Brechen von Eisstößen erhalten werden müsse.

Vor allem wurmt es Hofstätter, dass der dortige Steinwurf seiner Meinung nach (entgegen der Meinung des Sachverständigen) sowieso einen Fischaufstieg zumindest teilweise ermögliche: „Das kann mir kein Mensch erzählen, dass hier die Fische nicht aufsteigen. Auf beiden Seiten der Wehr ist Leben! Man kommt hier sicher auch mit kleinen Eingriffen zum Ziel. Jedenfalls rechtfertigt es keinesfalls den Einsatz von mindestens 120.000 Euro!“

Weiterer Schritt zur Sanierungsgemeinde?

Wenn die Verhandlung am 8. Oktober negativ verläuft, muss die Gemeinde, wenn möglich, bis Ende des Jahres den Fischaufstieg bauen, sonst begehen Hofstätter und der Gemeinderat Amtsmissbrauch. Der „Wahnsinn“, in den hier die Gemeinde Waldkirchen hineingezogen werde, sei nur „ein weiterer Schritt zur Sanierungsgemeinde. Durch solche Gesetze und Richtlinien können bevölkerungsschwächere Gemeinden noch so viel sparen - sie werden in den finanziellen Ruin getrieben“, so Hofstätter, der noch eine kleine Hoffnung hegt, dass die Verhandlung am 8. Oktober doch eine „vernünftige Lösung“ bringt.