Erstellt am 27. Januar 2016, 05:33

von Redaktion Gmünd

„Konflikte vermeiden!“. Gilbert Brodar im NÖN-Gespräch über seine Ziele und Aufgaben für den auf ein halbes Jahr befristeten Job bei der Volkshilfe Waidhofen.

Gilbert Brodar will die in Waidhofen wohnenden Asylsuchenden unterstützen. Er ist für ein halbes Jahr bei der Volkshilfe geringfügig angestellt.  |  NOEN, Hannes Ramharter
Mit Gilbert Brodar gibt es nun einen Asylkoordinator in Waidhofen. Er ist bei der Volkshilfe geringfügig angestellt, befristet auf ein halbes Jahr.

„Ich arbeite als Nachwuchstrainer ehrenamtlich beim Sportverein Waidhofen und wurde ab August mit Kindern von Asylsuchenden konfrontiert, die eben Fußball spielen wollten“, erzählt Brodar von seinen ersten Schritten in dieser Sache. Dadurch kam Brodar auch in Kontakt zu anderen Freiwilligen, die die Asylsuchenden in Waidhofen unterstützen, so zum Beispiel der Gruppe um Volkshilfe-Chefin Gerlinde Oberbauer, die das Begegnungscafe organisiert oder Elke Allram, die den Begegnungs-Basar ins Leben rief.

Grundsätzlich gibt es über die Quartiergeber - in Waidhofen das Rot Kreuz, SLC Europe oder Wohnen auf Zeit - organisierte Betreuer. Übergeordnet ist die Diakonie St. Pölten, von der alle zwei Wochen ein Vertreter in die Quartiere kommt und die Flüchtlinge in Rechtssachen betreut.

Brodar will Verbindungsglied sein

Hier setzt Brodar an: „Diese Betreuer kommen nur alle zwei Wochen und kennen Waidhofen nicht. Ich möchte Hilfe für die verschiedenen Situationen in Waidhofen anbieten, damit von Haus aus keine Konflikte entstehen.“ Brodar will Verbindungsglied zwischen Gemeinde, Bezirkshauptmannschaft, AMS, Quartiergeber, Diakonie, Kindergärten und Schulen sein, eben für den Alltag der Asylsuchenden in Waidhofen. Damit will er die Reibungsverluste so gering wie möglich halten. Das große Problem sieht Brodar darin, dass es bezüglich der Flüchtlinge zwei Lager gibt.

„Ich möchte keinesfalls das Gefühl aufkommen lassen, dass man den Flüchtlingen alles ,hineinschiebt‘“, meint er weiter. Brodar will Angebot und Nachfrage bei Hilfsgütern koordinieren. „Vor drei Tagen kam ein Baby zur Welt, die Frau hatte noch nichts für das Baby, keinen Kinderwagen, keine Babysachen. Da konnten wir helfen“, nennt er ein Beispiel.

Der Koordinator will sich aber auch um Kindergartenkinder kümmern. Diese müssen drei Euro Bastelbeitrag pro Woche bezahlen, das ist bei einem Taggeld von 5,50 Euro pro Tag sehr viel Geld. Das Land fördert jedoch nur Kindergarten-pflichtige Flüchtlingskinder (ab fünf Jahren), daher möchte Brodar mit Patenschaften für diesen Bastelbeitrag helfen. „Es geht darum, Konflikte so gering wie möglich aufkommen zu lassen, unbetreut wäre die Gefahr viel größer“, ist Brodar überzeugt.

Die Initiative „Integrationshilfe Waidhofen“ ist per E-Mail unter integrationshilfe-waidhofen-thaya@gmx.at erreichbar, Gilbert Brodar selbst erreicht man auch unter 0664/2337904.