Erstellt am 17. September 2015, 05:57

von Redaktion Gmünd

Erde zwei Mal umrundet. Beim Trainings- und Ausbildungslager für Segelflug herrschten ideale Wetterbedingungen für Streckensegelflug. Gutes Essen lockt Fremdpiloten nach Dobersberg.

Obmann Josef Dörrer mit dem neuen Leichtflugzeug der Union-Fliegergruppe Waldviertel.  |  NOEN, Hannes Ramharter

Durchaus zufrieden mit der fast abgeschlossenen Saison ist Obmann Josef Dörrer von der Union-Fliegergruppe Dobersberg.

Besonders erfolgreich verlief das Trainings- und Ausbildungslager für Segelflug, das im August stattgefunden hatte. Heuer gab es außergewöhnliche Wetterbedingungen, die extrem hohe Flughöhen (bis 3.000m) und gewaltige Steigwerte ermöglicht haben - Bedingungen wie man sie sonst nur in den besten Segelfluggebieten, zum Beispiel in Namibia, findet. An acht Wettbewerbstagen wurde in Summe zwei Mal die Erde umrundet. Ab Dobersberg kann man mit einem Segelflieger Strecken von bis zu 400 Kilometer, zum Beispiel bis Polen, bewältigen.

Feuerwehrflugdienst ist stationiert

Aber auch sonst hat der Flugplatz Dobersberg für das Waldviertel eine besondere Bedeutung: Es ist der einzige Flugplatz außer Krems, wo Motorflugzeuge landen dürfen. Das Innenministerium kann mit seinem Hubschrauber hier 24 Stunden pro Tag tanken und der Feuerwehrflugdienst Basisgruppe Nord ist hier stationiert.

Geschäftsreisende kommen derzeit eher selten in Dobersberg an, vor einigen Wochen landete eine kleine Gruppe, die dann weiter nach Dacice zu einem geschäftlichen Termin fuhr. Auch Geschäftspartner der Firma Test-Fuchs landen bisweilen in Dobersberg und Golfer kommen immer wieder über den Flugplatz Dobersberg auf die Waldviertler Golfplätze.

Die Union-Fliegergruppe ist aber auch sonst besonders kreativ, wenn es um besondere Angebote geht: So kann man am Flugplatz Dobersberg Leihräder mieten - vielleicht bald ein wichtiges Argument, wenn die Thaya-Runde fertiggestellt ist. Auch Essen wird an fixen Tagen angeboten, angeblich kommen Flieger-Kameraden auch per Flugzeug, um den köstlichen Schweinsbraten zu genießen.

Verein hat 63 aktive Mitglieder

Der Verein hat derzeit 63 aktive Mitglieder und besitzt fünf Motorflugzeuge, davon ein Ultraleichtflugzeug und einen Motorsegler. In den letzten Jahren wurde der Motorflugzeugpark umgestellt, neben den lauten und im Betrieb teuren alten zweisitzigen Flugzeugen wurden zwei moderne, leise und kostengünstige Flugzeuge angekauft. Diese große Investition wird aber durch die geringeren laufenden Kosten zurückkommen und ist obendrein noch umweltfreundlich. „Fliegen ist nicht viel teurer als andere Sportarten“, meint Josef Dörrer. Für Jugendliche betragen beim Segelfliegen die Jahreskosten bei 20 Starts 1.600 Euro, ohne Jugendförderung 2.000 Euro. Die Ausbildung zum Segelflieger dauert ein Jahr und kann auch in Dobersberg gemacht werden. Schnupperflüge jeglicher Art sind nach Anmeldung möglich, meist auch spontan.