Erstellt am 04. November 2015, 05:47

von Redaktion Gmünd

Harter Schlagabtausch zwischen Dworak und Altschach. SPÖ-Politiker tadelt Robert Altschach (ÖVP). Dieser betont, dass er sich den Bürgern und den 15.000 Unterschriften gegen die Schließung verpflichtet fühlt.

Nach wie vor wird gegen die Schließung der Geburtshilfe-Abteilung am Landeskrankenhaus Waidhofen gekämpft.  |  NOEN, Archiv
Heftige Angriffe reitet der Chef des Gemeindevertreterverbands der SPÖ, der Ternitzer Bürgermeister und Landtagsabgeordnete Rupert Dworak, gegen den Waidhofner Bürgermeister Robert Altschach (ÖVP).

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Dworak ist laut Aussendung „tief enttäuscht und verärgert“ über Altschachs Äußerungen wegen der Schließung der Geburtenstation Waidhofen. „Hier versucht ein Ortschef, offenbar aus Angst vor der eigenen Bevölkerung, die Wahrheit und alle sachlichen Argumente glatt zu ignorieren. So etwas ist eines Bürgermeisters unwürdig“, heißt es wörtlich.

"Schließung aus Gründen der Qualitätssicherung notwendig"

Dworak erklärt seinen Angriff anschließend mit der Vorgeschichte. Er zitiert internationale Studien, dass es bei Stationen unter 500 Geburten jährlich vermehrt zu Komplikationen und höherer Mortalität komme. In Waidhofen seien im Vorjahr nur mehr 296 Kinder auf die Welt gekommen. Daher war die Schließung der Geburtenstation Waidhofen für Dworak „bei allem Verständnis für die Sorgen der Menschen aus Gründen der Qualitätssicherung notwendig.“

Und er betont auch, dass die Landesklinikenholding unter die Zuständigkeit von Landesrat Karl Wilfing (ÖVP) falle. Den Versuch von Altschach, Landesrat Maurice Androsch (SPÖ) aus Groß Siegharts in den Streit hineinzuziehen, sei ein populistischer Rundumschlag.

„Es geht nicht um Parteien, sondern um Menschen“
Bürgermeister Robert Altschach 

„Ich fühle mich den Waidhofner Bürgern und 15.000 Unterschriften von Bürgern verantwortlich, deren Sorgen ich teile“, erklärt dazu Bürgermeister.

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Er betont, dass die SPÖ im Waidhofner Gemeinderat die Resolution gegen die Schließung mitgetragen hat und Vertreter der Partei auch an der Demonstration teilgenommen haben. „Es geht nicht um Parteien und Parteifreunde, sondern um Menschen und deren Sorgen“, betont Altschach nochmals.

Für erstaunlich hält Altschach die Aussage Dworaks, dass die Qualität von Geburtsstationen unter 500 Geburten jährlich nicht ausreichend sei. „Warum wird Waidhofen geschlossen und dort, wo Bader (Antragsteller im Landtag, ÖVP) und Dworak zuhause sind, nicht, obwohl es dort weniger Geburten als in Waidhofen gibt?“

Protest der SPÖ Gmünd 

Interessant in diesem Zusammenhang war auch eine Reaktion der SPÖ Gmünd in der Vorwoche. Dort protestierten der Gmünder Bezirksvorsitzende und Nationalratsabgeordnete Konrad Antoni, die SPÖ-Fraktionsvorsitzende im Gmünder Gemeinderat, Beatrix Vischer-Simon sowie die Gmünder bezirksfrauenvorsitzende Alexandra Weber ebenfalls gegen die Schließung der Geburtshilfe Waidhofen und stellten die zynische Frage, ob junge Waldviertlerinnen irgendwann vielleicht sogar in St. Pölten entbinden müssten. Sie bezeichneten die Entscheidung von ÖVP und SPÖ im Landtag als „nicht nachvollziehbar“.