Erstellt am 14. Oktober 2015, 07:02

von Renate Müllner

Kabarett trifft Philosophie. Gerald Muthsam steht mit seinem sechsten Programm „Glasfrösche küsst man nicht“ auf der Kulturkellerbühne. „Wer keine Bikinifigur hat - afoch nockat geh“, rät er.

Das Kulturvereinsteam bei der Premiere »Glasfrösche küsst man nicht«: Sabine Pölzl, Obfrau Anita Fröhlich, der Künstler Gerald Muthsam, Karin Muthsam und Gabi Schmid.  |  NOEN, Renate Müllner

Gut besohlt mit seinem Markenzeichen - den gelben Gummistiefeln - stellte Gerald Muthsam vergangenen Samstag in seinem sechsten Programm „Glasfrösche küsst man nicht“ Fragen unserer Zeit.

Auch wenn er - für das Philosophieren typisch - selbst des öfteren nicht die Antwort wusste, so blieb er auf der Kulturkellerbühne Dobersberg nicht im Regen stehen. Die Reihen waren gefüllt und sein Auftritt wurde mit viel Applaus belohnt.

Kommen wir unschuldig auf die Welt?

Zu Beginn demonstrierte der Künstler auf subtile Art und Weise die Macht der Power Point Präsentationen. Damit kann man (fast) alles erklären, außer das Leben. Er spricht über Babys und überstolze Eltern und kommt zu der Frage, ob wir denn nun alle wirklich unschuldig auf die Welt kommen. Laut Esoterik sucht sich unsere Seele nicht nur unseren Körper, sondern auch unsere Eltern aus, bevor wir geboren werden. Warum die Seele von Lugners Tochter ausgerechnet ihn als Vater gewählt hat, bleibt jedoch offen.

Während des Abends stolpert Muthsam einmal ernsthaft, dann wieder beschwingt über das Thema Anthropologie. Warum haben wir kein Fell? Und wie wäre es, wenn wir eine durchsichtige Haut hätten, wie der Glasfrosch.

Er hinterfragt unser Körpergefühl, die absurden Schönheitsideale und gibt allen mit dem eigenen Aussehen Unzufriedenen mit der Aussage „Wer keine Bikinifigur hat - afoch nockat geh!“ Hoffnung.

Generationenkonflikt und Tabuthemen

Auch werden die neuesten Trends in Sachen Ernährung angesprochen, was den Humoristen sogleich zum Generationenkonflikt bringt. Denn wir alle wissen, diesen Konflikt gibt es, seit es Generationen gibt. Er spricht über Veränderungen, wie etwa absurde Namensgebungen, Werbung die nicht als Werbung erkannt wird und über seinen ganz eigenen Kampf mit dem IBAN.

Neben gesundheitsfördernden Katzenvideos kommen Tabuthemen, wie die Kommunikation zwischen Anus und Gehirn oder Achselhaare auch nicht zu kurz.

Das Programm ist vielseitig, regt zum Nachdenken an, aber lässt das Publikum auch manchmal abschalten und einfach nur loslachen.

Wer die Premiere verpasst hat oder sich das Kabarett schlicht und einfach noch einmal ansehen möchte, hat am 16. und 17. Oktober Gelegenheit dazu.