Erstellt am 05. Mai 2016, 06:24

von Jutta Hahslinger

„Raufhansl“ muss für Monate hinter Gitter. Richter zu schlagfreudigem Waldviertler: „Aus Haftübel keine Lehre gezogen. Kaum in Freiheit fahren Sie wieder die Faust aus!“

 |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)

Schon ein Blick oder ein falsches Wort reichten aus, um das Blut eines 20-Jährigen aus Groß Siegharts in Wallung zu bringen. Sein leicht erregbares Naturell zeigte der Waldviertler am 9. Oktober vergangenen Jahres nach einem Discobesuch in Gerweis im Bezirk Zwettl. Am Parkplatz fügte er einem 20-Jährigen mit einem Schwinger ein Veilchen zu und fegte einen Burschen (21), der ihm in die Quere kam, zu Boden. Gründe für die Tätlichkeiten konnte er vor Gericht nicht nennen.

Einmal in Rage machte der Waldviertler selbst vor seiner Freundin oder ermittelnden Polizeibeamten nicht halt. „Ich soll aufpassen, sonst haut er mir den Schädel ein, drohte er. Und das im Beisein der Polizisten! Als diese einschritten, beschimpfte er sie und ging auch auf sie los“, schilderte die ehemalige Freundin eine eskalierende Eifersuchtsattacke des 20-Jährigen.

"Ich war halt betrunken oder eifersüchtig"

„Er packte mich an der Jacke, zog daran und riss eine Lasche ab“, erinnerte sich der Beamte an die rüde Begegnung mit dem tobenden Waldviertler.

„Es tut mir leid. Ich war halt betrunken oder eifersüchtig. Ich mache auch eine Therapie“, versprach dieser vor Gericht Besserung. „Eine Therapie wurde Ihnen schon einmal aufgetragen, und Sie haben es ignoriert. Sie haben aus bedingten Strafnachsichten und dem Haftübel keine Lehre gezogen. Kaum in Freiheit fahren Sie wieder die Faust aus!“, entgegnete Richter Gerhard Wittmann harsch. Er verhängte über den Unbelehrbaren sechs Monate Gefängnis.

Mit den sechs Monaten aus einer Bezirksgerichtsstrafe muss der Waldviertler nun ein Jahr hinter Gittern absitzen. Nicht rechtskräftig.