Erstellt am 28. Februar 2016, 06:59

von René Denk

Glasfaser läuft in Kautzen. Schnelles Internet im Probebetrieb gibt es bereits in der Katastralgemeinde Kautzen. Als Glasfaser-Modellregion soll dies bald in vielen Orten möglich sein.

Bürgermeister Manfred Wühl steht vor dem neu eingerichteten Glasfaser-Knotenpunkt im Gemeindeamt und zeigt den Ausbauplan von Kautzen.  |  NOEN, René Denk
Als erste Gemeinde des Bezirkes Waidhofen gibt es in Kautzen bereits einen Probebetrieb für das äußerst schnelle Breitbandinternet mittels Glasfaserkabel.

„Wir nützen die Leerverrohrung, die bereits beim Kanalbau vor 14 Jahren unter meinem Vorgänger Erwin Hornek mitverlegt wurde“, erklärt Bürgermeister Manfred Wühl im NÖN-Gespräch. Derzeit laufen rund 15 Anschlüsse im Probebetrieb: in der Fraißl Gasse, der Heinrich Rauscher Gasse, der Prälat Biedermann Gasse und der Kohlengasse/Litschauerstraße.

„Jeder freute sich darauf,
dass wir kommen und den
Internetanschluss installieren“
Expert-Hörmann Chef Gregor Hörmann

Beim Projekt wurde auch darauf geachtet, dass regionale Firmen zum Zug kommen - so wurde Expert Hörmann aus Waidhofen mit den Verkabelungsarbeiten beauftragt. Neben dem Einschub der „Glasfaserröhrchen“ in die bestehende Leerverrohrung richtete die Firma in Kooperation mit Glasfaserexperten Thomas Brunner aus Weitra auch die Verteilerzentrale im Gemeindeamt ein und erledigte genauso die Anschlussarbeiten in den Haushalten. „Die Mitarbeit und Akzeptanz der Kautzener war hervorragend. Jeder freute sich darauf, dass wir kommen und den Internetanschluss installieren“, erzählt Firmenchef Gregor Hörmann.

Das billigste Internetpaket mit 50 Mbit pro Sekunde Up- und Downloadgeschwindigkeit kostet die Nutzer 29,90 Euro, was im Branchenvergleich ein sehr preiswertes Angebot ist. Außerdem ist es ohne Glasfaserkabel praktisch fast nicht machbar, diese Geschwindigkeiten zu erzielen.

Bei Bauarbeiten Radweg für Radweg Glasfaserleitungen gleich mitverlegt

Bürgermeister Wühl freut sich, dass der Bezirk Waidhofen als Pilotregion für die Breitbandinitiative des Landes ausgewählt wurde. Dies war wegen der Errichtung des neuen Radweges Thayarunde möglich, da so mit den Bauarbeiten die Glasfaserleitungen gleich mitverlegt werden konnten.

Viele Ortschaften haben so die Chance auf einen Glasfaseranschluss. Voraussetzung für die NÖGIG (NÖ Glasfaserinfrastruktur GmbH) ist, dass im Ausbaugebiet mindestens 40 Prozent der Haushalte auch bereit sind, einen Glasfaseranschluss langfristig zu nutzen. So werde der Anschluss auch für jeden einzelnen leistbar, heißt es von der NÖGIG.

In Kautzen ist es auch so, dass die EVN-Glasfaserleitung nur 40 Meter am Gemeindeamt vorbeigeht, was einen klaren Vorteil für das Vorhaben bedeutete. So wurde im Gemeindeamtsgebäude ein Raum als Verteilerknoten für die Glasfaserkabel eingerichtet. „Ich rechne damit, dass wir in den nächsten paar Monaten den Ort Kautzen abgedeckt haben. In der Schlossgasse in Illmau befindet sich ebenso eine alte Leerverrohrung, die wir bald zur Glasfaserverkabelung nutzen können“, sagt der Bürgermeister.

Zudem sei mit dem Kanalbau 2015 in Kleintaxen und Plessberg eine Leerverrohrung in beiden Orten mitverlegt worden. Alle Gemeindestraßen von Großtaxen und Triglas bekamen ebenfalls eine solche Verrohrung verpasst. „Auch Plessberg soll heuer noch mit einer Glasfaserleitung online gehen. Das wird durch eine Überlandleitung von Kautzen aus möglich“, freut sich Wühl.

Im Ort Engelbrechts wurde der Kanalbau vor Jahren abgeschlossen. Dort wurde keine Leerverrohrung mitverlegt und Priorität haben die Orte, wo noch Kanalbauten, etc. anliegen. „Bei unseren anderen Katastralgemeinden müssen wir bei denen, die es wollen, noch eine Möglichkeit finden, um eine ordentliche Breitbandverbindung herzustellen“, meint Wühl abschließend.